Neue U-Bahn-Strecke

U5 bis Pasing: Der erste Blick in den U-Bahnhof Willibaldstraße

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Sie ist oben noch offen, doch in Kürze erhält die neue Station eine Betondecke.
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Endlich eine Baustelle, auf der etwas voran geht: Oberbürgermeister Dieter Reiter besichtige die Arbeiten an der ersten neuen Station der Verlängerung.

Seit Januar 2022 wird fleißig an der U-Bahn-Strecke vom Laimer Platz nach Pasing gebaut. Entlang der Gotthardstraße, unter Kleingärten und der Sportanlage hindurch, dann unterm Knie und der Josef-Felder-Straße soll einmal die U5 nach Westen verkehren, für 2035 ist die Inbetriebnahme bis Pasing anvisiert. „Willibaldstraße“ und „Am Knie“ heißen die Haltestellen, die zwischen Start und Ziel entstehen, und der ersten von beiden sieht man schon an, was sie einmal wird: eine schöne, rechteckige U-Bahn-Station rund 15 Meter unter der Erdoberfläche, schnell und effektiv errichtet in Schlitzwand-Deckelbauweise. Klar, dass Oberbürgermeister Dieter Reiter das sehen will: Er inspizierte die Baustelle an der Willibaldstraße gestern persönlich, ließ sich von Architekten und Ingenieuren alles erklären.

OB Dieter Reiter mit Alexander Kressierer (li.) und Frank Frischeisen (re.) vom Baureferat.

„Hier geht was vorwärts!“, freute sich der von Baustellenkritik gebeutelte OB vor dem Rundgang in der Tiefe. Für alle Stadtteilpolitiker, Stadtmitarbeiter und Journalisten, die ihm folgten, waren Experten zugegen, die die Bauarbeiten erläuterten. Herwig Ludwig, Ingenieur und Tunnelspezialist, erklärte: „Bei Strecken, die nicht besonders tief liegen, werden links und rechts Schlitzwände in die Erde gestellt, darüber eine Betondecke gelegt. In der entstandenen ‚Schachtel‘ wird dann in Ruhe ausgebaut, wobei oben der Verkehr ungestört fließt.“ Der ganze Tunnel vom Laimer Platz bis zur Willibaldstraße ist so entstanden. Wenn der neue Bahnhof fertig ist, wird das erste neue Teilstück direkt in Betrieb genommen – wohl 2028. Besonders spannend wird es laut Ludwig aber, wenn die Röhre von der Willibaldstraße bis nach Pasing gegraben wird. „Dann kommt ab Ende 2026 eine Tunnelbaumaschine zum Einsatz, weil bis dort tiefer und länger gegraben wird. Die U-Bahn taucht hier richtig ab. Die Maschine gräbt vorne den Tunnel und baut hinten automatisch die Tunnelwände. So geht es um zwölf Meter täglich voran.“

Herwig Ludwig ist Spezialist für Tunnelbau.

Ein Kilometer U-Bahn-Bau koste 200 Millionen Euro, rechnete Reiter vor. „Wir haben versprochen, diese 3,8 Kilometer lange U-Bahn bis Pasing zu bauen, ganz gleich, ob Zuschüsse vom Bund oder vom Land kommen.“ Der Stadtrat habe dafür ohne Sicherheiten 1,2 Milliarden genehmigt. „Allerdings wird die sinnvolle Verknüpfung der U5 mit dem Bahnhof Pasing noch Zuschüsse von Bund und Land bringen“, ist sich Frank Frischeisen, Abteilungsleiter U-Bahn-Bau im Baureferat, sicher.

Die Anwohner leben ziemlich dicht an der Baustelle und freuen sich auf die Oberflächenversiegelung.

Anders ist es mit der geplanten Strecke von Pasing bis Freiham, die sich mit vier weiteren Stationen anschließen soll. Hier gibt es an der Endstation Freiham zwar schon ein Vorhaltebauwerk für 100 Millionen Euro, das inmitten der dortigen Bautätigkeiten den Platz für die zukünftige Haltestelle freihält. Aber die Finanzierung bis dorthin ist noch nicht gesichert, Zuschüsse vom Bund stehen in den Sternen. Dazu Dieter Reiter: „Die Bundespolitiker reden viel von der Verkehrswende. Aber bis zur Verkehrsfinanzierung ist davon leider noch nicht viel durchgedrungen.“

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