Treff in Rechtmehring

„Überbordende Bürokratie“ und weniger Kredite: Mit diesen Problemen kämpfen die Banken der Region

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Am Austausch beteiligt waren (von links) Innenvevisor Franz Sturainer und Prokurist Thomas Neuner vom Bankhaus RSA, Regierungsdirektorin Heide Haas und Exekutivdirektor Raimund Röseler von der BaFin, RSA-Vorstand Alfred Pongratz, BaFin-Abteilungspräsidentin Birgit Höpfner, Steffen Hahn, Leiter Aufsichtsrecht des Genossenschaftsverbands Bayern, Bundesbankdirektor Alexander Ruiz Höhn, BaFin-Abteilungspräsident Christian Bank und RSA-Vorstand Andreas Thalmeier.

Hochrangige Vertreter der deutschen Bankenaufsicht trafen sich kürzlich in Rechtmehring mit Vertretern regionaler Banken, um über die steigenden Eigenkapitalanforderungen und deren Auswirkungen auf kleinere und mittelgroße Finanzinstitute zu diskutieren.

Rechtmehring – Die hochrangigsten Bankenaufseher Deutschlands folgten der Einladung des regionalen Bankhauses nach Rechtmehring zu einem intensiven Austausch. Exekutivdirektor Raimund Röseler, Chef der deutschen Bankenaufsicht, sowie die beiden Abteilungspräsidenten Birgit Höpfner und Christian Bank und Regierungsdirektorin Dr. Heide Haas waren ebenso Teil der stattlichen Delegation wie Bundesbankdirektor Alexander Ruiz Höhn und Steffen Hahn vom Genossenschaftsverband Bayern.

Größere Kapitalpuffer erforderlich

„Es ist eine große Ehre und große Freude für unser Bankhaus, dass so hochrangige Vertreter der BaFin und der Bundesbank unserer Einladung gefolgt sind“, begrüßte Vorstandssprecher Pongratz die Diskussionsteilnehmer.

Hintergrund des Treffens waren die immer strenger werdenden Eigenkapitalanforderungen und die damit einhergehenden Herausforderungen für kleine und mittelgroße Finanzinstitute.

Einschränkungen für Kreditvergabe

Diese Regelungen, die ursprünglich dazu gedacht waren, die Stabilität des Finanzsystems nach der Finanzkrise 2008 zu erhöhen, belasten insbesondere kleinere und mittelgroße Banken unverhältnismäßig stark. Die zunehmenden Eigenkapitalanforderungen zwingen Banken dazu, größere Kapitalpuffer vorzuhalten, was wiederum die Fähigkeit einschränkt, Kredite zu vergeben und das Geschäft auszubauen. „Es freute uns sehr zu hören, dass Exekutivdirektor Röseler ein Freund des deutschen Dreibankmodells mit Großbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist und damit auch empfänglich für eine proportionale, größenabhängige und risikoorientierte Aufsichtspraxis zeigt,“ äußerte sich Pongratz sichtlich zufrieden nach der fünfstündigen Diskussion.

Damit war der Raum für ein weiteres zentrales Thema des Gesprächs geöffnet, das die Banken in der täglichen Praxis belastet.

Bürokratie bindet Ressourcen

„Die überbordende Bürokratie und die derzeitige Regulierungsdichte stellen nicht nur eine erhebliche finanzielle Belastung dar, sondern binden auch wertvolle personelle Ressourcen, die ansonsten für die Betreuung von Kunden und die Weiterentwicklung der Bank eingesetzt werden könnten,“ mahnte Vorstand Thalmeier vom Bankhaus RSA an.

Intensiver Dialog

In dem intensiven Dialog mit der Aufsicht konnten sehr viele unlogische und verbraucherunfreundliche oder gar doppelte Regulierungen angesprochen werden.

„Wir waren schwer beeindruckt, dass die hohen Vertreter der BaFin und der Bundesbank sehr tiefe Detailkenntnisse in der bestehenden Regulierung hatten und sich in dem Austausch auch für praxisnahe Lösungen verständnisvoll gezeigt haben. Es ist darüber hinaus ein sehr gutes Zeichen, dass die Bankenaufsicht an einem persönlichen Austausch mit Bankpraktiker Interesse hat,“ resümierte Thalmeier.

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