VonSilke Reinbold-Jandretzkischließen
Die neue Wahlliste „WIR für Uffing“ schickt einen Bewerber ums Bürgermeisteramt ins Rennen: Markus Igler (46) will Rupert Wintermeier nachfolgen. Ein Gegenkandidat steht fest.
Uffing – Der Gedanke reifte in ihm, als Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) erklärte, 2020 nicht mehr kandidieren zu wollen. „Da dachte ich mir: Das wäre jetzt die Chance“, sagt Markus Igler.
Der Uffinger, der beim Bayerischen Landeskriminalamt in der Spurensicherung arbeitet, will sie ergreifen. Er sieht sich mit 46 Jahren im richtigen Alter, um beruflich noch einmal durchzustarten. Igler, verheiratet und Vater von zwei Söhnen (11/14), möchte hauptamtlicher Bürgermeister seines Heimatorts werden. Als Spitzenkandidat soll er die Liste „WIR für Uffing“ anführen, die sich in Gründung befindet – angestoßen von Wolfgang Hirschvogel, Michaela Mück und Willy Oppermann. Diese sitzen aktuell für die CSU/parteifreie Bürgerliste im Gemeinderat, die 2020 nicht mehr antreten wird. Die erfahrenen Politiker wollen für „WIR für Uffing“ weitermachen – in Iglers Mannschaft.
Der designierte Kandidat interessiert sich für Kommunalpolitik, verfolgte sie bislang aber in passiver Rolle. Ihm geht es um das Dorf und seine Entwicklung. Der Kriminalbeamte ist in Uffing aufgewachsen, „der Ort liegt mir am Herzen“. Der 46-Jährige glaubt, dass er der Mann für viele sein kann: einer, der die Dorftraditionen wahrt und mit neuen Interessen verbindet. Er kennt die Einheimischen; zugleich besitzt er auch durch sein Engagement in Vereinen und über die Familie Kontakt zu Zugezogenen. In Hirschvogels Augen ist Igler der richtige Mann für Uffing, weil er „neutral und politisch nicht vorbelastet“ sei – „ein großer Vorteil“. Igler könne „frischen Wind in die Verwaltung und in den Ort bringen“. Die Gruppe hat mit ihrem Spitzenkandidaten Pfeiler eines Programms erarbeitet. Dazu zählen unter anderem die Schaffung sozialverträglicher und bezahlbarer Grundstücke, die Erhaltung des Ortskerns mit zentralen Einkaufsmöglichkeiten sowie die schnellstmögliche Verwirklichung des geplanten Ärztehauses mit sozialverträglichen Wohnungen und Tagespflegeplätzen.
Igler rechnet sich für die Wahl „ganz gute Chancen aus. Sonst würde ich nicht antreten. Ich lasse mich nicht aus Spaß an der Freude aufstellen“. Uffings Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren beurteilt er als „nicht schlecht, aber verbesserungsfähig“. Und die Leitung einer Verwaltung kann ihn nicht schrecken. „Ich komme aus dem Behördensystem“, sagt Igler mit Blick auf seine Arbeit beim LKA. „Verwaltung ist für mich nichts Fremdes.“
Andreas Weiß kennt diese aus dem Effeff. Uffings Rathaus-Geschäftsleiter untermauerte gestern seine Ambition, sich ums Bürgermeisteramt bewerben zu wollen – und zwar „als parteifreier Kandidat ohne eigene Liste“, wie der 35-jährige Vater von drei Töchtern und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Schöffau konkretisiert. Er attestiert Listen und Gruppierungen „sehr gute Ideen“, die es wert seien, vertreten, gehört und unvoreingenommen realisiert zu werden. In seinen Augen lässt sich dies als Parteifreier listenübergreifend besser angehen. Ein Beispiel für diesen Weg ist Bürgermeister Christian Scheuerer in Ohlstadt. In ein paar Wochen will sich Weiß detaillierter äußern.
Dr. Thomas Hartmann hält sich aktuell zurück – auch wenn dem WGU-Gemeinderat Interesse am Rathaus-Chefposten hartnäckig nachgesagt wird. Noch will er sich nicht äußern. Erledigt hat sich offenbar der Plan von Peter Merle, der im Januar seine Kandidatur angekündigt hatte. Merle selbst war gestern nicht zu erreichen. Doch aus Kreisen seiner Familie hieß es, Merle werde sich nach aktuellem Stand aus persönlichen Gründen voraussichtlich nicht zur Wahl stellen.
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