- VonKatharina Schliwaschließen
Die Stadt Nürnberg setzt alles daran, Geflüchteten aus der Ukraine Notunterkünfte zu bieten. Auch viele Privatpersonen stellen Schlafmöglichkeiten bereit.
Nürnberg - Die Bestürzung über Russlands Krieg in der Ukraine ist in Bayern groß. Die Zahl der Geflüchteten steigt immer weiter. Seit Anfang März haben bereits rund 45.000 ukrainische Kriegsflüchtlinge in Bayern Schutz gesucht. Das teilte das Innenministerium in München am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Erfasst seien darin alle Registrierungen bis zum Sonntagabend. Die meisten kommen erstmal in Notunterkünften unter.
In Nürnberg ist die Hilfsbereitschaft riesig. Viele bieten private Unterkünfte für Geflüchtete an. Die Stadt Nürnberg hat daher jetzt auf ihrer Webseite mitgeteilt, wie man am besten verfahren sollte, wenn man ukrainische Kriegsopfer privat bei sich zu Hause aufnehmen möchte.
Ukraine-Krieg: Sporthalle in Nürnberg für Geflüchtete hergerichtet
Generell sei für die Unterbringung von Geflüchteten der Freistaat Bayern verantwortlich, betont das Rathaus. Die Kommunen und Städte greifen dem Staat unter die Arme, indem sie Notunterkünfte zur Verfügung stellen. Deshalb hat die Stadt Nürnberg bereits letzten Freitag (11. März) eine städtische Sporthalle zu einem Notschlafplatz umfunktioniert. Doch auch private Helfer können bei der Aufnahme von Flüchtlingen eine große Rolle spielen. Laut Rathaus ist die Hilfsbereitschaft der Nürnbergerinnen und Nürnberger sehr hoch. Viele Personen würden leerstehende Wohnungen, Hobbykeller oder Gästezimmer als Schlafplatz anbieten.
Noch während der letzten Arbeiten trafen bereits die ersten Menschen in der Unterkunft ein. pic.twitter.com/Skox2Zfo7H
— Feuerwehr Nürnberg (@Feuerwehr_N) March 11, 2022
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Ukraine-Krieg: Erstanlaufstelle für Geflüchtete in Nürnberg überlastet
Um die ankommenden Kriegsopfer möglichst schnell an private Notunterkünfte zu vermitteln, hat die Stadt über das Internetportal engagiert.nuernberg.de dazu aufgerufen, sämtliche Unterbringungsmöglichkeiten anzumelden. Nach der Eröffnung der Erstanlaufstelle im Heilig-Geist-Saal wurde allerdings schnell klar, dass aufgrund des hohen Zulaufs eine Vermittlung der Schlafplätze kaum zu regeln sei, so die Stadt. Stattdessen wurde versucht, die öffentliche Unterbringungskapazität möglichst schnell zu erhöhen.
Der Stadt zufolge hat es sich aber auch gezeigt, dass eine private Aufnahme von Geflüchteten nicht immer einfach ist. Viele Kriegsopfer hätten Probleme, in einer kurzfristigen Unterkunft Stabilität zu finden. Auch seitens der Gastgeber würden viele Fragen im rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Bereich aufkommen. Daher mussten einige Unterbringungen nach kurzer Zeit wieder aufgegeben werden und die Geflüchteten kamen erneut zur Ersthilfestelle zurück, heißt es weiter.
Plattform um Privatunterkünfte an Geflüchtete zu vermitteln
Da es momentan für die Stadt kaum möglich sei, die Unterbringungen individuell zu vermitteln, werde es ab Anfang dieser Woche ein neues Angebot für die Vermittlung von privaten Notunterkünften geben, so die Referentin für Jugend, Familie und Soziales, Elisabeth Reis. Unter privatunterkunft.nuernberg.de können sich Privatpersonen mit Schlafmöglichkeiten anmelden und dann direkt mit den Hilfesuchenden in Verbindung treten. Außerdem sollten sich die Gastgeber vorher genau überlegen, was sie leisten können, damit es keine Überraschungen gibt.