VonAndreas Seilerschließen
Landkreis – Unter den Unternehmern des Oberlands ist die Stimmung schlecht. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern hervor, die im September in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Weilheim-Schongau abgehalten wurde. Der IHK-Konjunkturindex für die Region fällt demnach von 120 auf 103 Punkte. „Personalengpässe, Nachfrageprobleme und Unmut über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen lassen keine Trendwende erwarten“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Verbandes.
„Die Verunsicherung in unseren Unternehmen nimmt eher zu als ab, die Talfahrt setzt sich für die Wirtschaft fort, ein Ende ist nicht in Sicht“, sagt Klaus Bauer, Sprecher des IHK-Forums Region Oberland. „Was wir seitens der Politik dringend brauchen, sind auf allen Ebenen mutige Schritte und echte Reformen.“ Die größten Baustellen sehen laut Bauer die Betriebe bei der Energiepolitik, dem Arbeitskräftemangel sowie bei der zunehmenden Flut von bürokratischen Auflagen. „Wir brauchen wettbewerbsfähige Energiepreise. Einen Beitrag dazu würde der schnellere Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze leisten“, fordert der IHK-Vertreter. Außerdem erwarte die Wirtschaft von der Politik, an allen Stellschrauben zu drehen, die den Arbeitskräftemangel abmildern. Zudem brauche es ein Ende der Bürokratieflut. Bauer: „Sie erstickt die Innovationskraft und Lust am Unternehmertum.“
Unzufriedenheit hat zugenommen
Die Unzufriedenheit mit der Geschäftslage hat deutlich zugenommen – und die Unternehmen schauen sehr pessimistisch auf die kommenden Monate. 41 Prozent bewerten laut der besagten Umfrage ihre Geschäfte als „gut“ und 12 Prozent als „schlecht“. Das Oberland schließt sich damit dem bayerischen Abwärtstrend an, dem es im Frühjahr noch trotzen konnte. Die Betriebe haben weiterhin mit großen Belastungen zu kämpfen. 69 Prozent geben an, dass sie nach wie vor unter den starken Preissteigerungen bei der Energie leiden. 66 Prozent beklagen die Preissteigerungen von Rohstoffen und Waren. Fehlendes Personal wird erneut von 59 Prozent als Hemmnis gemeldet. Das Problem der fehlenden Nachfrage verschärft sich und betrifft 53 Prozent der Firmen.
Investitionspläne als Lichtblick
Die Erwartungen erhalten einen noch stärkeren Dämpfer. Nur 13 Prozent rechnen mit einer Belebung der Geschäfte, fast jedes dritte Unternehmen geht von einer Verschlechterung aus. Der Anteil pessimistischer Stimmen ist im Vergleich zum Frühjahr um 19 Prozentpunkte deutlich gestiegen. Für einen Lichtblick sorgen die regionalen Investitionspläne, die entgegen dem bayerischen Abwärtstrend stabil bleiben.
