Interview

Umstrittener „Krampuslauf“ findet auch heuer wieder statt

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Seit Freitag finden die Krippenfiguren aus der Werkstatt von Paul Hoffmann wieder viele Bewunderer. Mutter Rhoda Hoffmann half beim Aufbau.

Was läuft gut beim Tölzer Christkindlmarkt und was nicht? Die stellvertretende Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier im Interview über den Tölzer Christkindlmarkt.

Bad Tölz – Seit 23. November steht die Tölzer Innenstadt wieder ganz im Zeichen des Christkindlmarkts. In den gut 40 Hütten werden in der stimmungsvollen Kulisse der Marktstraße Schmankerl-Klassiker vom Glühwein über die Bratwurst bis zu gebrannten Mandeln angeboten, aber auch ausgefallenere Kulinarik und Kunsthandwerk, wie Holzspielzeug, Kerzen und Silberschmuck. Veranstalter ist im dritten Jahr die Stadt. 

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Der Ablauf unter der Regie der Tourist-Info hat sich mittlerweile gut eingespielt. Verantwortlich für den reibungslosen Ablauf zeichnen die stellvertretende Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier mit ihrer Assistentin Lucia Zampino. Im Kurier-Interview spricht Frey-Allgaier über die Entwicklung des Marktes.

Stellvertretende Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier.

Wie zufrieden sind Sie selbst mit dem Christkindlmarkt, so wie er aktuell ist?

Im Prinzip läuft es so ganz gut, auch wenn ich noch 1000 Verbesserungs-Ideen hätte, gerade beim Rahmenprogramm. Aber das ist alles eine Geldfrage.

Wo sehen sie da das größte Problem?

Vor allem bei den Kunsthandwerkern, die sind immer schwieriger zu finden. Viele Besucher äußern zwar immer wieder, sie wollen mehr Kunsthandwerk sehen. Aber wenn sie dann für handwerklich gefertigte Produkte mehr bezahlen sollen als im Supermarkt für China-Ware, dann beißt es aus. So wird es für die echten Kunsthandwerker immer schwerer, auch etwas zu verkaufen. Langfristig gesehen wird das ein echtes Problem. Wir werden uns wohl künftig darauf einstellen müssen, dass wir Kunsthandwerker dafür bezahlen müssen, damit sie überhaupt noch kommen.

Wie sieht es etwa mit einer „lebenden Krippe“ aus?

Davon haben wir uns bereits verabschiedet. Das ist bei uns überhaupt kein Thema mehr, da hierbei die Probleme mit dem Tierschutz zu groß sind.

Der „Krampuslauf“ hat in den Vorjahren für größere Diskussionen gesorgt. Sie halten aber dennoch daran fest?

Ja, weil er einfach sehr gut zu unserem Christkindlmarkt passt. Außerdem hat er sich zu einer echten Attraktion entwickelt. Es haben sich sogar einige zusätzliche Krampusvereine angekündigt, die extra dafür mit Bussen anreisen. Allerdings sollten die Besucher am Samstag, 8. Dezember, daran denken, dass die ,Kramperl‘ für Kinder, für Hunde und für besonders schreckhafte Menschen überaus ungeeignet sind.

Für Diskussionen sorgt auch immer wieder der verkaufsoffene Tag am Totensonntag.

Das können wir leider nicht ändern. Solange die Gesetzeslage in Bayern nicht geändert wird, die verkaufsoffene Sonntage im Dezember verbietet, wird sich auch an der alljährlichen Diskussion nichts ändern. Dieser Marktsonntag ist Jahr für Jahr der umsatzstärkste für den ortsansässigen Einzelhandel. Würden wir ihn fallen lassen, würden uns die Händler wohl steinigen. Es ist einfach eine Frage des Ladenschluss-Gesetzes. Deshalb wird sich auch an der Gesamtlänge des Marktes in absehbarer Zeit wohl nichts ändern.

Wie sieht es insgesamt mit den Besucherzahlen aus?

Damit sind wir durchaus zufrieden. Sie steigen von Jahr zu Jahr. Vor allem, seit einige überregionale Busunternehmen das ,Christmas-Markt-Hopping‘ im Angebot haben, haben wir immer mehr Besucherbusse registriert. Auch ist unser Christkindlmarkt-Pauschalangebot, inklusive Übernachtungen, ganz gut gebucht. Und am 8. Dezember erwarten wir wieder viele Österreicher, weil im Nachbarland Mariä Empfängnis ein Feiertag ist.

Wie geht es nach dem 24. Dezember weiter?

Dann geht der Christkindlmarkt in die Verlängerung. Ab dem ersten Weihnachtsfeiertag bis einschließlich Silvester werden einige der Gastro-Hütten mit ihrem kompletten Angebot in der Marktstraße stehen bleiben. Auch die Öffnungszeiten bleiben gleich. Etwas Besonderes wird dann noch zum Jahreswechsel geboten. Neben dem bekannten alljährlichen Feuerwerk im städtischen Kurpark können sich heuer Gäste und Bürger zusätzlich auf ein großes Brillant-Feuerwerk am Altstadt-Isarufer freuen. Aus diesem Grund dürfen heuer auf der alten Isarbrücke keine privaten Feuerwerke abgebrannt werden. Die Hütten in der Marktstraße dürfen an Silvester bis 1 Uhr nachts geöffnet bleiben.

Die Fragen stellte Ewald Scheitterer

Der Christkindlmarkt

hat täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet, an Heiligabend bis 14 Uhr. Es gibt ein täglich wechselndes musikalisches Rahmenprogramm. Am Sonntag, 25. November, wird der Markt begleitet von einem verkaufsoffenen Sonntag (13 bis 18 Uhr). An den Adventssamstagen, 1,. 8. und 15. Dezember, bietet die Jugendförderung jeweils von 16 bis 18 Uhr eine Kinderbetreuung im Jugendcafé an, damit die Eltern „entspannt einkaufen und bummeln“ können.

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