VonLeyla Yildizschließen
In Nürnberg erlebten die Menschen eine extreme Unwetter-Nacht. Wassermassen fluteten Unterführungen, Straßen und sogar den Hauptbahnhof.
Nürnberg - Die Frankenmetropole Nürnberg erlebt eine extreme Unwetter-Nacht. Über der Innenstadt entlud sich am Donnerstag, dem 17. August, gegen frühen Abend, eine Gewitterzelle, die auch Unterführungen flutete. Die Polizei und Feuerwehr wurde zu über 600 Einsatzstellen gerufen. Schwer verletzt wurde laut Aussage eines Sprechers von Polizei und Feuerwehr keiner.
Besonders Keller und Tiefgaragen liefen mit Wasser voll und Ampelanlagen fielen aus. Menschen saßen in ihren Autos fest, nachdem sie in den Fluten der Unterführungen endeten. Alle Insassen konnten sich aber selbst befreien, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Auch eine Straßenbahn konnte wegen des Wasser in einer Unterführung nicht mehr weiterfahren.
Unwetter über Nürnberg: Wassermassen fluten Hauptbahnhof
Und auch der Hauptbahnhof blieb nicht von den Wassermassen verschont. Einem Video einer Augenzeugin zufolge flutete das Wasser das Geschoss unter der Haupthalle. Die Rolltreppen blieben dennoch in Betrieb und spülten immer mehr Menschen nach oben, während andere ihren Weg durch die fußhohe Flut suchten. In der Haupthalle selbst drängten sich viele Personen zusammen, um so Schutz vor dem Unwetter zu suchen.
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Der Frankenschnellweg, der innerstädtische Teil der Autobahn 73, musste teilweise gesperrt werden. Der Versorger N-Energie meldete mehrere Stromausfälle. Laut Polizei waren fünf Stadtteile betroffen, meist nur einzelne Straßenzüge. Nach Angaben der Feuerwehr war auch ein Umspannwerk von dem Unwetter mit einem größeren Stromausfall als Folge betroffen. Aufgrund der immensen Regenfälle und starken Windböen waren laut Polizei auch Dachziegel herabgefallen und Bäume umgestürzt.
Nürnberg erlebt Unwetter-Nacht: Feuerwehr spricht von 626 Einsatzstellen
Die ersten unwetterbedingten Notrufe gingen nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelfranken gegen 17.20 Uhr ein. Die Einsatzzentrale musste nach eigenen Angaben fast 200 unwetterbedingte Einsätze koordinieren. Ein Feuerwehrsprecher sprach am Abend von 626 Einsatzstellen. Die Agentur Vifogra berichtet sogar von über 900 gemeldeten Einsätzen. Teilweise waren die Notrufleitungen trotz Personalverstärkung überlastet. Die Feuerwehr rief die Menschen auf der Plattform X (vormals Twitter) dazu auf, zu Hause zu bleiben und nur in „absoluten Notfällen“ den Notruf zu wählen.
Aktivisten der Gruppierung Letzte Generation kündigten am Donnerstagabend an, ihre Blockadeaktionen in Nürnberg zu unterbrechen. „Wir müssen nicht blockieren, die Klimakrise übernimmt für uns“, hieß es in einer Erklärung nach dem Gewitter. Aktivisten hatten den Verkehr am Donnerstag in Nürnberg und Fürth teilweise zum Erliegen gebracht. (ly/dpa)
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