VonGerti Reichlschließen
Wann geht‘s endlich weiter mit der Baustelle am Lindenplatz? Der Anblick sei unerträglich, hieß es im Bauausschuss.
Bad Wiessee – Mitten in Bad Wiessee türmt sich ein riesiger Kies- und Schutthaufen auf. In der Baugrube steht das Wasser. Drumherum ein metallener Schutzzaun, an dem die am Bau beteiligten Firmen ihre Schilder befestigt haben. „Der Anblick ist unerträglich, das geht so nicht“, wetterte Klaudia Martini (SPD) jetzt am Rande der Bauausschuss-Sitzung. Das Rathaus solle prüfen, inwieweit man den Bauherrn verpflichten kann, wenigstens einen ordentlichen Bauzaun anzubringen. Die Gemeinde werde einen entsprechenden Brief schreiben, versicherte Bauamtsleiter Helmut Köckeis.
Schon längst sollte auf dem ehemaligen Gelände des Hauses Ursula der Rohbau stehen für das Projekt „Lake Life – Leben am Tegernsee“ der WM-Eigenheimbau aus Ismaning. Doch das Gelände entpuppte sich als äußerst schwierig: Auch in über 20 Metern Tiefe stießen die Bautrupps nicht auf festen Boden. Damit ist es nicht möglich, überall Spundwände zu setzen. Stattdessen ist nun eine Abböschung zur Baugrube geplant. „Bis zu einen Meter unter der Bodenplatte werden wir zudem wegen des schlechten Untergrunds einen Bodenaustausch vornehmen“, erklärt Geschäftsführer Marco Wendler auf Nachfrage. Die Bodenplatte befinde sich in 4,20 Metern Tiefe.
Wegen der Bodenverhältnisse musste das Unternehmen Keller und Tiefgarage umplanen, auch die Statik musste neu berechnet werden. Die neue Genehmigung liegt aber bereits vor. Laut Wendler sollen in etwa zwei Wochen die Bauarbeiten wieder starten. „Dann geht’s zunächst mit der Sicherung der Nachbargrundstücke weiter“, so Wendler. Auch der Kiesberg soll wieder eine Verwendung finden. „Aus Kostengründen haben wir ihn auf dem Grundstück belassen“, sagt Wendler.
Die weiteren Bauarbeiten sollen sich zügig anschließen. 22 Wohnungen und elf Gewerbeeinheiten werden am Lindenplatz entstehen. 2020 soll das Objekt bezugsfertig sein. „Der Zeitplan ist gut einzuhalten“, kündigt Wendler an. Für einen blickdichten Bauzaun sieht der Bauherr allerdings keine Veranlassung. „Wir machen kein Geheimnis aus unserer Baustelle“.
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gr
