Sintflutartige Regenfälle

Starkregen, Blitz und Hagel in Franken: Söder meldet sich nach Unwetternacht zu Wort

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Heftige Unwetter sorgten für überflutete Straßen wie hier in Nürnberg. Dort mussten auch mehrere Personen aus einem Aufzug beziehungsweise von einem Autodach gerettet werden.
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Starker Regen sorgte in Nürnberg für überflutete Straßen. Dabei kam es auch zu einigen brenzligen Situationen - die Feuerwehr eilter zur Hilfe.

Update vom 17. Mai, 9.30 Uhr: Bayern wurde am Abend von schweren Unwettern getroffen, besonders schlimm erwischte es Franken. In Nürnberg steckten zwei Personen in einer Unterführung fest und waren auf das Dach ihres Autos geklettert. Fünf Personen waren außerdem in einem volllaufenden Aufzug an einem U-Bahnhof gefangen. In beiden Fällen kam die Feuerwehr zur Hilfe.

Allein in Nürnberg kam es aufgrund des Starkregens mit Blitz und Donner zu mehr als 200 Einsätzen. In der „Akutphase“ am Donnerstagabend seien 560 Notrufe in der Leitstelle eingegangen, insgesamt seien es bis in die Nacht hinein mehr als 700 gewesen, wie die Nürnberger Feuerwehr am Freitag mitteilte. Es wurden insgesamt 237 Unwetter-Einsätze gezählt.

Ministerpräsident Markus Söder meldete sich auf X (Twitter) zu Wort: „Wieder ein schweres Unwetter mit Überschwemmungen gestern in Nürnberg. Großen Dank an alle Einsatzkräfte aus der Stadt und dem gesamten Umland. Sie waren bis in die Nacht für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger unterwegs. Auf Feuerwehren, Polizei, THW und Rettungsdienste ist immer Verlass“, so der CSU-Chef.

Feuerwehr rettet eingeschlossene Menschen aus volllaufendem Aufzug

Erstmeldung vom 17. Mai, 7.33 Uhr: Nürnberg - In Nürnberg haben heftige Regenfälle und starke Gewitter mehrere Menschen in gefährliche Situationen gebracht. Zwei Insassen eines Autos mussten gerettet werden, ebenso wie mehrere Personen aus einem Aufzug in einer U-Bahn-Station.

Heftiges Unwetter in Nürnberg: Feuerwehr rettet Personen von Autodach

In Nürnberg kam es zu einem schweren Unwetter, bei dem die Feuerwehr zwei Personen retten musste, die mit ihrem Auto in einer überfluteten Unterführung feststeckten und auf das Dach ihres Autos geklettert waren. Die Feuerwehr berichtete, dass die beiden Personen unverletzt blieben und am Donnerstagabend, 16. Mai, von Rettungstauchern aus ihrer prekären Situation befreit wurden.

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Bei Unwetter: Mehrere Menschen in Aufzug an U-Bahnhof eingeschlossen

Außerdem rettete die Feuerwehr kurz danach auch fünf eingeschlossene Menschen aus einer volllaufenden Aufzugskabine in einem U-Bahnhof in Nürnberg. Auch dabei sei niemand verletzt worden, hieß es . Seit dem frühen Donnerstagabend hielten Regen und starke Gewitter die Einsatzkräfte in Nürnberg in Atem.

„Noch nicht erlebt“: Massives Unwetter in Bayern – Fotos zeigen Wassermassen

Überschwemmungen und Hagelmassen nach Unwetter im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: - "Jetzt bin ich über 40 Jahre bei der Feuerwehr, aber so ein Wetter habe ich noch nicht erlebt" - Hagelmassen gleichen Eisschollen - Wassermassen überfluten Straßen und Felder - Autofahrer stecken in Überflutungen fest - "Also es hat regelrecht geschüttet aus Eimern und anders kann man es gar nicht sagen." - Feuerwehr hat selbst Probleme mit Aquaplaning bei der Anfahrt - Kommandant warnt Autofahrer nie in überflutete Bereiche einzufahren
Am Donnerstag zogen Unwetter über Bayern, auch den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in Mittelfranken hat es schwer getroffen. Die Regenfälle und Hagelschauer verwandelten Teile der Landschaft vorübergehend in Seenlandschaften und Eisschollen-Felder. Georg Morgott, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ellingen, berichtete bei Vifogra von intensiven Einsätzen unter extremen Bedingungen. „Also es war eine Unwetterlage und zwar waren in Hüttingen mehrere Keller unter Wasser. Vor allem war eine Firma die war unter Wasser gestanden. Bei Fiegenstall, wo die Abzweigung Richtung Rohrbach ist, war die Straße ungefähr einen halben Meter überschwemmt, und zwar auf einer Länge von circa 500 bis 600 Metern.“ „Es hat regelrecht geschüttet aus Eimern, anders kann man es gar nicht sagen“, so Morgott. „Jetzt bin ich über 40 Jahre bei der Feuerwehr, aber so ein Wetter habe ich noch nicht erlebt.“ © vifogra / Besold
Überschwemmungen und Hagelmassen nach Unwetter im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: - "Jetzt bin ich über 40 Jahre bei der Feuerwehr, aber so ein Wetter habe ich noch nicht erlebt" - Hagelmassen gleichen Eisschollen - Wassermassen überfluten Straßen und Felder - Autofahrer stecken in Überflutungen fest - "Also es hat regelrecht geschüttet aus Eimern und anders kann man es gar nicht sagen." - Feuerwehr hat selbst Probleme mit Aquaplaning bei der Anfahrt - Kommandant warnt Autofahrer nie in überflutete Bereiche einzufahren
Neben Regen hatte das Unwetter auch Hagel im Gepäck. © vifogra / Goppelt
Unwetter in Bayern: Sechs Fahrzeuge komplett unter Wasser
Besonders stark regnete es auch im Landkreis Bamberg (Örtlichkeiten Scheßlitz und Baunach), Knetzgau (Lkr. Haßberge) und in Nürnberg. In Nürnberg sammelte sich der Niederschlag so stark an, dass in Teilen der Großstadt massives Hochwasser bildete. An der äußeren Bayreuther Straße war es laut News5 besonders schwer: Sechs Fahrzeuge gerieten in ein Hochwasser bei einer Unterführung und konnten nicht mehr weiter fahren. Einige Autos standen sogar komplett unter Wasser. Alle Personen konnten sich zum Glück rechtzeitig retten. © NEWS5 / Sven Grundmann
Unwetter in Bayern: Sechs Fahrzeuge in Nürnberg komplett unter Wasser
Auch dieses Auto versank in den Wassermassen. © NEWS5 / Sven Grundmann
"Es war noch nie so hoch": Nürnberg und weitere Regionen von massivem Hochwasser und Unwetter betroffen
Mehrere Unterführungen wurden überflutet, auch an der Sulzbacher Straße. „Hier sind schon oft Überschwemmungen, aber es war noch nie so hoch“, erzählt eine Anwohnerin gegenüber News5. © NEWS5 / David Oßwald

Viele Keller, Straßen und Tiefgaragen wurden überflutet. Innerhalb von drei Stunden gab es etwa 300 Einsätze. In Spitzenzeiten waren bis zu 550 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW im Einsatz. Unterstützung kam auch aus Fürth und dem Landkreis Nürnberger Land. Ein weiterer komplexer Einsatz fand an der Technischen Hochschule statt, wo eine große Tiefgarage über zwei Stockwerke bis zum Erdgeschoss überflutet war.

Die Feuerwehr warnte nachdrücklich davor, vollgelaufene Straßenbereiche zu durchfahren. Unter der Wasseroberfläche könnten sich nicht erkennbare offene Schächte wegen aufgeschwemmter Gullydeckel befinden, dies sei lebensgefährlich. (kam/dpa)

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