- VonHeidi Siefertschließen
Valleyer Eltern fragen sich, wie ihre Kinder zu den neuen Unterrichtszeiten in die Oberland-Realschule nach Holzkirchen kommen sollen. Der Busfahrplan passt nicht mehr.
Valley – Schritt für Schritt kehrt der Alltag zurück. Teilweise gilt aber noch der Corona-Modus – und das stellt Familien mit schulpflichtigen Kindern vor neue logistische Herausforderungen. So fragen sich die Eltern einiger Realschüler aus Valley, wie ihr Nachwuchs nach Holzkirchen kommt, wenn ab Montag auch Fünft- und Sechstklässler wieder mit Präsenzunterricht dran sind. Normalerweise fahren die mit dem RVO-Bus, doch der passt nicht zu den geänderten Schulzeiten im Corona-Betrieb.
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Unterricht im Corona-Modus: Wann fahren die Schulbusse?
„Anfang letzter Woche haben wir von der Realschule eine Mail mit den Zeiten für Unterrichtsbeginn und Unterrichtsende bekommen“, berichtet Katrin Scherer aus Unterdarching. Seitdem beschäftigt sie die Frage, wie ihre Tochter zur Schule kommt. Regulär nutzt sie den Bus um 7.20 Uhr. Doch was, wenn der Unterricht erst um 8.55 Uhr beginnt? Zu dieser Zeit fahre im Regionalverkehr Oberbayern nichts in die Richtung, wirft sie das Problem derer auf, die entlang der Linie Valley-Marschall wohnen. Auf Nachfrage in der Schule seien sie und auch andere Eltern ans Landratsamt verwiesen worden. „Von dort haben wir am Freitag alle die Mail bekommen, dass noch keine Aussage möglich ist.“
Langsam werden die Eltern nervös. Mit sieben oder acht anderen Familien habe man sich kurzgeschlossen, um den Schulweg zu planen, sagt Scherer. „Es hat ja nicht jeder Zeit, sein Kind zu fahren.“ Auch Fahrgemeinschaften könne man angesichts von Kontaktbeschränkungen und Mindestabstand nicht ohne weiteres bilden. Die Kinder früher in den Bus zu setzen, ergebe keinen Sinn, weil diese dann wartend vor der Schule stünden.
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So weit werde es nicht kommen, beruhigt das Sekretariat der Oberland-Realschule, bei der sich zwei Kolleginnen darum bemühen, dass nächste Woche der Transport läuft. Allerdings sei das nicht immer einfach. Solange sie nicht genau wüssten, welches Kind zu welcher Zeit Unterricht habe, könnten sie den entsprechenden Bedarf nicht ans Landratsamt melden. Es brauche Vorlaufzeit, erklären die Verwaltungsangestellten und bitten die Eltern noch um etwas Geduld. „Spätestens am Freitag bekommen alle Bescheid, wann und wie die Kinder zur Schule kommen.“ Im Landratsamt habe man engagierte Partner dafür, die im Zweifel ihren Feierabend verschieben würden, um alle Kinder gut versorgt zu wissen.
Während für die Beförderung von Grundschülern die jeweiligen Gemeinden verantwortlich zeichnen, obliegt die Schülerbeförderung bei weiterführenden Schulen dem Landratsamt in Miesbach. „Unsere Mitarbeiter fragen direkt bei den Schulen nach, welchen Bedarf sie aktuell haben“, erklärt Pressesprecherin Sophie Stadler. Sobald aus einem Ort ein Schulkind befördert werden müsse, fahre auch ein Bus. Im Unterschied zu regulären Unterrichtszeiten sei dies aktuell nur an Vormittagen der Fall. Da bisher auch nur wenige Klassen Präsenzunterricht haben und dieser zudem teilweise zeitlich gestaffelt stattfindet, sei auch der nötige Abstand in den Bussen noch gut zu bewerkstelligen, sagt Stadler.
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Wie bei allen Fahrzeugen des ÖPNV ist auch im Schulbus ein Sicherheitsabstand hinter dem Fahrer abgesperrt. Zudem besteht die Verpflichtung für Passagiere, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.