VonCharlotte Borstschließen
Der im Februar verstorbene Franz-Eberhard Knaup will mit seinem Vermögen auch über seinen Tod hinaus in Unterschleißheim Gutes tun. Deshalb hat er eine Bürgerstiftung gegründet.
Franz-Eberhard Knaup hat sein Erbe einer Stiftung vermacht. Mit einer Million Euro wird der im Februar Verstorbene über seinen Tod hinaus in Unterschleißheim Gutes tun. Hier verbrachte er mit kurzen Unterbrechungen sein Leben.Gespendet hat er zum Wohle der Mitbürger schon zu Lebzeiten, jetzt sollen Großzügigkeit und Fürsorge über seinen Tod hinaus weiterwirken.
In seinen letzten Jahren stellte Knaup die Weichen für die Gründung einer Bürgerstiftung und wurde dabei von seinem Freund, dem Unterschleißheimer Rechtsanwalt Josef Regler, unterstützt, mit dem er sich beriet. Als Testamentsvollstrecker setzte Knaup Reglers Sohn, Benjamin Regler, ein.
Knaup lebte bescheiden und hat bereits 200.000 Euro an Stadt gespendet
Franz-Eberhard Knaup lebte bescheiden, liebte klassische Musik, besonders Opern, interessierte sich für Literatur und ebenso für Politik und Wirtschaft, wie Benjamin Regler berichtet. Franz-Eberhard Knaup wurde 1944 in Bad Pyrmont geboren und wuchs in Dortmund auf. Nach einer Ausbildung zum Versicherungskaufmann machte er bei der Allianz-Gruppe eine Karriere bis zum Revisor. Verheiratet war er nicht, er hatte auch keine Nachkommen. Da er einen einfachen Lebensstil pflegte und sein Geld geschickt anzulegen wusste, baute er ein Vermögen auf, das nun dem Gemeinwohl zugutekommen soll. Zuletzt lebte Franz-Eberhard Knaup im Haus am Valentinspark und starb im Alter von 79 Jahren am 21. Februar. Schon vor einem Jahr hat er der Stadt 200 000 Euro gespendet, damals anonym, wovon Grünanlagen am Seniorenzentrum und der Bewegungspark im Rolf-Zeitler-Park realisiert wurden.
Die Ziele der Stiftung sind breit angelegt: Mit den erzielten Überschüssen aus Zinsen und Dividenden aus dem Grundstockkapital – dieses wird selbst nicht angetastet – sollen Aktivitäten der Bildung, Kultur, Integration, des Natur- und Klimaschutzes, der Jugend- und Altenhilfe und der öffentlichen Gesundheitspflege in Unterschleißheim und Umgebung unterstützt werden.
Leitgedanke der Stiftung: Von Bürgern für Bürger
700 000 Euro liegen fest angelegt auf Konten, in Fonds und Depots. Weitere 300 000 Euro werden vorübergehend auf einem Treuhandkonto der Bürgerstiftung Holzkirchen verwaltet, was notwendig war, damit am 7. Dezember 2023 die neue Bürgerstiftung gegründet werden konnte. Noch ist die Gründung nicht ganz abgeschlossen: „Es kann sich aber nur noch um Tage handeln, weil eine genehmigungsfähige Satzung vorliegt“, sagte Benjamin Regler, der Mitglied im Stiftungsvorstand ist und dem Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung Auskünfte gab: „Viele Städte haben so eine Bürgerstiftung. Sie soll das bürgerschaftliche Engagement stärken und einen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität leisten.“ Die Regierung von Oberbayern muss noch eine Stiftungsgenehmigung schicken. Auch ein Freistellungsbescheid des Finanzamtes steht noch aus, damit das Vermögen steuerfrei in die Stiftung fließen kann.
Viele Städte haben so eine Bürgerstiftung. Sie soll das bürgerschaftliche Engagement stärken und einen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität leisten.
Weil die Gründung noch nicht ganz vollzogen ist, hat die Stadt vorübergehend das Erbe angetreten, bis sie es an die Stiftung weiterreichen kann. Einstimmig hat der Stadtrat für die Annahme der Erbschaft gestimmt.
Von Bürgern für Bürger sei der Leitgedanke, betont Benjamin Regler: Es sollen weitere Zustiftungen möglich sein, Bürger können durch Spenden das Grundstockkapital vergrößern. Sie können sich engagieren, ohne den Aufwand einer eigenen Stiftungsgründung und werden Mitglied der Stifterversammlung. Einige Unterschleißheimer wurden angesprochen und sind bereit, sich in den Gremien der Bürgerstiftung zu engagieren: Dem Stiftungsvorstand gehören neben Benjamin Regler, Michael Mayer, Caroline Schwarz und Jürgen Radtke an. Im Stiftungsrat wirken Bürgermeister Christoph Böck, Pfarrerin Mirjam Pfeiffer, Friedrich Kiener, Annegret Harms, Thomas Breitenstein und Stephan Honal mit. Wenn alle Formalitäten abgeschlossen sind, wird die Stiftung aktiv.
