Madrid/Valencia – Nach den heftigen Regenfällen der letzten Tage in weiten Teilen Spaniens fanden Rettungskräfte nun die ersten Leichen. Eine Behörde bestätigte inzwischen über 50 Todesopfer. Weitere Menschen werden noch vermisst. Besonders schlimm ist die Lage in beliebten Touristengebieten.
Update, 10 Uhr - Ministerium bestätigt über 50 Tote
Bei den schweren Unwettern in Spanien sind Medienberichten zufolge mindestens 51 Menschen alleine in der Mittelmeerregion Valencia ums Leben gekommen. Das berichtete die spanische Nachrichtenagentur Europapress am Mittwochvormittag (30. Oktober) unter Berufung auf die Regionalregierung in Valencia. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst.
Verheerende Unwetter in Spanien mit zahlreichen Toten: Fotos zeigen Ausmaß von Überschwemmungen und Sturzfluten
Die schweren Unwetter in Spanien mit heftigen Regenfällen und Überschwemmungen haben mehrere Menschen das Leben gekostet. „Wir können bestätigen, dass Tote gefunden wurden“, sagte der Ministerpräsident der östlichen Autonomen Gemeinschaft Valencia, Carlos Mazón. Aus Rücksicht auf die Angehörigen würden zunächst keine genauen Opferzahlen bekanntgegeben. Laut Medienberichten handelt es sich um mindestens sieben Tote. Nach einem Bericht der Zeitung „El País“ werden zudem in der südöstlichen Provinz Albacete sechs Menschen vermisst.
Medienberichten zufolge gelten die Unwetterwarnungen inzwischen für zehn der insgesamt 17 autonomen Gemeinschaften des Landes. Neben heftigen Regenfällen gab es auch golfballgroßen Hagel und starke Windböen, wie der Wetterdienst Aemet mitteilte. Flüsse traten über die Ufer, vielerorts wurden Straßen, Häuser und Felder überschwemmt, Autos und Bäume von den Wassermassen mitgerissen. Betroffen waren insbesondere die bei Urlaubern beliebten und ans Mittelmeer grenzenden Regionen Andalusien, Murcia und Valencia.
The scale of the flooding currently unfolding in Valencia, Spain is unfathomable. This is footage from Chiva, where a jaw-dropping 343 mm of rain was recorded in just 4 hours earlier today, between 4:30 PM and 8:30 PM.
Wie stark der Regen in manchen Regionen ausfiel, zeigen beispielsweise Aufnahmen aus dem Städtchen Chiva, einem kleinen Städtchen im Hinterland von Valencia gelegen. Dort fielen am Dienstagnachmittag binnen vier Stunden unglaubliche 343 Millimeter Regen pro Quadratmeter. Dies postete ein User namens Nahel Belgherze und bezog sich dabei auf Daten der staatlichen Wetterbehörde. Das Video, das der Mann dazu stellte, zeigt, wie sich die Fluten durch die kleine Gemeinde walzen und alles mitreißen, was sich ihnen in den Weg stellt.
Auch der Flughafen von Valencia war betroffen. Zahlreiche Flüge mussten umgeleitet werden, Teile eines Rollfeldes standen unter Wasser. Ein entsprechendes Videos postete Flughafenbetreiber Aena auf X (ehemals Twitter). Am Mittwoch (30. Oktober) wurde in der Region Valencia wegen der Katastrophe der Schulunterricht abgesagt, auch der Zugverkehr wurde größtenteils ausgesetzt. Lokale Radio- und Fernsehsender berichteten immer wieder von verzweifelten Hilferufen von Menschen, die in überschwemmten Gebieten eingeschlossen waren. (mw)