VonDieter Dorbyschließen
Wirtswechsel beim Culinaria: Nach fünf Jahren verlässt Manfred Frank Miesbach und übernimmt ein Lokal in Österreich. Die Stadt sucht einen Nachfolger - und das ist gar nicht so leicht.
Miesbach - An die fünf Jahre war das Culinaria in festen Händen – nun muss sich die Stadt Miesbach nach einem neuen Wirt umsehen. Der bisherige Pächter Manfred Frank will sich verändern und hat deshalb um Auflösung des Vertrags gebeten. Der Kantinen- und Partyservice-Unternehmer aus Sachsenkam (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) will in Österreich eine Wirtschaft übernehmen.
Frank hatte mit dem Culinaria ein schweres Erbe übernommen. Wie berichtet, trennten sich sein Vorgänger Daniel Kiefer und die Stadt im August 2013 im Streit. Frank übernahm das Haus mit einem angekratzten Renommee und musste den Betrieb schrittweise stabilisieren. Das Catering für die Kulturveranstaltungen im Waitzinger Keller habe er ebenso zuverlässig gemanagt wie den neu eingeführten Mittagstisch, sagt Kulturamtsleiterin Isabella Krobisch: „Er hat sich mit dem Culinaria einen Namen gemacht mit seiner sehr feinen Küche. Wir bedauern seinen Abschied sehr, aber wir trennen uns im besten Einvernehmen.“
Dies bestätigt auch Frank: „Die Zusammenarbeit mit der Stadt war sehr gut, und man ist uns jetzt auch entgegengekommen.“ In Österreich will Frank das Café Birnbacher in St. Ulrich/Tirol am Pillersee übernehmen. Für den 55-Jährigen aus der Steiermark soll es die letzte berufliche Station sein. „Wir wollen daraus etwas Eigenes machen. Man ist nie zu alt für einen Neuanfang.“
In Erinnerung bleiben werden dem gelernten Koch fünf Jahre voller Arbeit in Miesbach. „Es war schon anstrengend, weil das Haus etwas zu wenig ausgelastet ist. Aber es ist machbar.“ Vor allem der Start sei schwierig gewesen, nachdem das Culinaria viele seiner früheren Gäste verloren hatte. So hatte Frank auch den Mittagstisch eingeführt, der sich gut entwickelt habe.
Bis zum Jahreswechsel wird Frank in Miesbach bleiben – so sei man miteinander verblieben. „Damit ist das Catering für die Veranstaltungen im Waitzinger Keller sichergestellt“, sagt er.
Die Stadt sucht indes bereits einen Nachfolger und hat dazu inseriert. Erste Interessenten haben sich laut Krobisch bereits gemeldet. „Es sind vielversprechende Kontakte“, sagt sie. Dabei sei es nicht leicht, einen geeigneten Pächter für den stadteigenen Gastronomiebetrieb zu finden. „Der neue Wirt muss einerseits das Culinaria als Lokal führen und als Caterer den Waitzinger Keller zuverlässig versorgen.“ Der Mittagstisch im Culinaria soll fortgesetzt werden, und es soll ganzjährig an mindestens 250 Tagen geöffnet sein. Allerdings wird das Lokal, das Platz für 80 Gäste bietet und einen Biergarten für 120 Personen bereithält, für das erste Jahr pachtfrei überlassen. Für die Veranstaltungen im Waitzinger Keller gilt es, zwischen 30 und 500 Gäste zu bewirten. 500 entfallen dabei auf den Jugendstilsaal, 400 fassen die vier Kellergewölbe.
Für die Stadt ist die Vergabe an einen neuen Pächter keine leichte Angelegenheit, denn der Betrieb soll – anders als in der Vergangenheit – reibungslos und zuverlässig laufen. Deshalb sagt Krobisch: „Es ist eine gewichtige Entscheidung.“
ddy
