Erweiterung der Walchenseer Dorfschule

„Verwurzelt im Dorf, offen für die Welt“

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Walchensee - Sie ist wahrscheinlich die schönste Schule im Landkreis: die Dorfschule in Walchensee. Am Samstag stand im Rahmen des Sommerfests die Einweihung des Erweiterungsbaus auf dem Programm.

Die Investition in den Neubau dürfte beträchtlich gewesen sein. Genau beziffern lässt sie sich nicht, handelt es sich doch um keine staatliche, sondern eine private Finanzierung. Gestemmt wurde die Erweiterung von der gemeinnützigen Dorfleben Walchensee GmbH, die von Martin Brost und Petra Stamm geführt wird. 2009 hatte sie die von Schließung bedrohte Schule übernommen. Heute ist die staatlich anerkannte Einrichtung ein Schmuckstück. 44 Kinder werden in zwei jahrgangskombinierten Klassen unterrichtet. Dazu gibt es einen Kindergarten mit 20 Plätzen und bald eine Krippe.

Der geschwungene Neubau schmiegt sich an das etwa 100 Jahre alte Schulhaus, das mit seinen grünen Fensterläden aber weiterhin das dominierende Element bleibt. Im Inneren des Anbaus ist alles sehr hell. Viel Holz wurde verarbeitet. Kleine Fenster vom Flur aus gewähren Einblick in die Kindergartenräume. Herzstück des Anbaus ist die neue Aula. Deren Glasfront lässt sich komplett aufschieben. So wird der von großen Sonnensegeln überspannte Innenhof mit einbezogen. Über diesen wiederum lässt sich der Garten erreichen.

„Verwurzelt im Dorfleben, offen für die Welt“, auf das Schulmotto ging Brost in seiner kurzen Ansprache ein. Dass man beim Aufeinandertreffen von Gegensätzlichem immer sofort um Integration bemüht sei, sei ihm suspekt. „Dabei geht man davon aus, dass sich eine Gruppe einer anderen fügen muss“, so Brost. „Wir hier wollen das Gemeinsame sehen, ohne die Unterschiede einebnen zu wollen.“ Hier könne alles „fröhlich nebeneinander stehen, ein Kulturmix wie ein bunter Blumenstrauß“.

Mit dem staatlichen Schulamt hat die private Schule eigentlich wenig Berührungspunkte. Dennoch gebe es „einen intensiven Austausch“, lobte Schulrat Jürgen Heiß. Das ganze Team der Dorfschule sei mit großem Engagement und Herzblut bei der Sache. Das habe ihn schon bei seinem ersten Besuch 2013 beeindruckt – genauso wie „das familiäre Miteinander“. Schule sollte ein Ort für Leben, Freude und Ausgelassenheit sein, aber auch Raum für Ruhe und Rückzug bieten. „All diese Aspekte werden hier auf absolut ansprechende Weise verknüpft.“

Bevor Pater Walter Schmidt die Segnung der Räume übernahm, hatte noch der ehemalige Schulamtsleiter Norbert Weinhuber das Wort, der die Walchenseer heute als ehrenamtlicher Berater für die Schulentwicklung unterstützt. Weinhuber würdigte jeden Mitarbeiter – vom Hausmeister bis zum Schulleiter Bernhard Wirth, „bei dem der Lehrberuf schon in den Genen verankert ist“.

Von der musikalischen Ausbildung, „in einer Qualität, die mir von keiner anderen Schule bekannt ist“ (Weinhuber), konnten sich die über 100 Besucher dann im Anschluss überzeugen. Gemeinsam mit dem Jakobs-Chor und dem Walchenseer Orchester führten die Kinder das afrikanische Musical „Kwela, Kwela“ auf. Unzählige Stunden hatten sie dafür geprobt – und das Ergebnis konnte sich sehen und vor allem hören lassen. Veronika Wenzel

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