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Beim Veteranen- und Kriegerverein Lenggries ist die Verjüngung im Vorstand geglückt. Vorsitzender Anton Leeb bekam in der jüngsten Hauptversammlung eine frische Führungsriege zur Seite gestellt. Für seinen Vorgänger Isidor Gerg gab es unterdessen eine besondere Würdigung.
Lenggries – „Es hätte mir wirklich nichts ausgemacht, noch ein paar Jahre in der Vorstandschaft dranzuhängen. Aber das Wichtigste ist doch, auch die Vereinsführung zu verjüngen. Und das ist uns gelungen.“ Das waren die Abschiedsworte von Isidor Gerg, dem langjährigen Mitglied in der Vereinsführung des Lenggrieser Veteranen- und Kriegervereins. Für seinen großen Einsatz als Erster und Zweiter Vorsitzender war er in der Versammlung unter großem Beifall zum Ehrenvorstand ernannt worden. „Ich freu mich narrisch über diese Auszeichnung“, sagte Gerg. „Aber es war immer der Erfolg der gesamten Führungs-Mannschaft.“
Für die Verjüngung der Veteranen-Führung sorgt Franz Leichmann, der zum Vize-Vorsitzenden gewählt wurde. Ebenfalls neu im Amt sind Dagobert Müller als Zweiter Kassier, Hans Bammer als Schriftführer und Markus Würmseer als Beisitzer.
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Der Traditionsverein zählt 358 Mitglieder. „Obwohl wir ja schon lange totgesagt werden“, sagte der alte und neue Vorsitzende Anton Leeb: Nach Kirchenzug und Messe hatte er am Lenggrieser Kriegerdenkmal einen Kranz niedergelegt und der in den beiden Weltkriegen gefallenen, vermissten und inzwischen verstorbenen Kameraden gedacht. Als dann die Lenggrieser Musikkapelle das Lied vom „alten Kameraden“ intonierte, ertönten drei Böllerschüsse.
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In seinem Rechenschaftsbericht im Alpenfestsaal monierte Leeb die geringe Beteiligung der Mitglieder am jüngsten Dorfschießen. Zudem werde über einen Wechsel des Vereinslokals nachgedacht, da man im bisherigen offensichtlich keinen Wert mehr auf die Anwesenheit der Veteranen lege.
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„Danke für eure Präsenz in der Gemeinde das ganze Jahr über“, sagte dann Bürgermeister Werner Weindl und betonte: „Ihr leistet Erinnerungskultur.“ Man brauche Vereine, die die Erinnerung an die schrecklichen Zeiten der beiden Weltkriege wach halten. Vor allem, da die Zeitzeugen immer weniger werden. Er warnte zudem vor aktuellen Tendenzen in Europa hin zum Nationalismus. „Damit haben wir ja schon einmal böse Erfahrungen gemacht.“ Auch deshalb hielt der Rathauschef ein Plädoyer für die Europäische Union: „Die EU hat sich als größtes Friedensprojekt auf der Welt bewährt.“ Leeb pflichtete ihm bei. Auch wenn Veränderungen in der EU dringend notwendig seien, „der Grundgedanke des Staatenbündnisses sollte unbedingt beigehalten werden“.
Ewald Scheitterer