VonSebastian Grauvoglschließen
Schliersee - Ein Wanderer bekam Panik, als eine Viehherde auf ihn zusteuerte - und beschwerte sich. Das muss nicht sein. Hier ein paar einfache Regeln, wie Sie sich richtig verhalten.
Die Grundregeln fürs Wandern auf der Weide sind schnell erklärt. Wer an einer Rinderherde vorbei muss, sollte dies ruhig und in einem Abstand von 20 bis 50 Metern tun. Hunde sind an einer möglichst kurzen Leine zu führen und wenn möglich vor den Kühen zu verdecken. Für den Menschen gilt: die Tiere nicht erschrecken. Und auch wenn es vor allem bei Kälbern noch so verlockend ist, sollten Wanderer diese keinesfalls anfassen oder streicheln. „Wenn Mutterkühe dabei sind, ist das der Super-GAU“, warnt Michael Hinterstoißer, Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO). Aus ihrem Schutzinstinkt heraus würden diese ihren Nachwuchs sofort verteidigen. Gleiches gilt übrigens für Stiere.
„Wenn Mutterkühe dabei sind, ist das der Super-GAU“
Bevor ein Rind zum Angriff übergeht, senkt es seinen Kopf, scharrt, brüllt oder schnaubt. Eine Herde formt dabei gerne einen Kreis um den potenziellen Feind. Für den Wanderer gibt es dann nur eins: ruhig bleiben, die Weide langsam verlassen und dabei den Tieren nicht den Rücken zukehren. Nur im äußersten Notfall sollte man dem Angreifer mit einem Stock einen gezielten Schlag auf die Nase verpassen. Wer einen Hund dabei hat, so wie bei dem aktuellen Vorfall geschehen, sollte diesen schleunigst von der Leine lassen. Die Tiere sind schnell genug, um den Gefahrenbereich zu verlassen und dabei die Rinder vom Hundehalter abzulenken.
Trotz aller Vorsicht warnt Hinterstoißer vor Panik. Gerade Jungkühe würden oft aus Neugier oder Übermut die Nähe zum Menschen suchen. „Die sind das ja auf der Alm gewöhnt.“ Zum Beispiel, wenn ihnen der Almerer einen Eimer Salz bringt. Zudem seien die meisten Tiere brav. Die Almbauern würden angewiesen, leicht reizbare Kühe gar nicht erst auf die Weide zu lassen.
