VonChristiane Mühlbauerschließen
Sechs Einsätze haben die Ehrenamtlichen der Kochler Bergwacht in den vergangenen Tagen beschäftigt. Sie kümmerten sich auch um einen Hund, der sein Frauchen verloren hatte.
Kochel am See/Benediktbeuern – Die Kochler Bergwacht wurde vergangene Woche zu einigen Einsätzen gerufen. Am vorvergangenen Sonntag stürzte eine Mountainbike-Fahrerin unterhalb der Benediktenwand auf dem Weg bergab ins Tal. Dabei brach sich die Frau aus Niederbayern den Knöchel. Die Kochler Retter unterstützten hier die Bergwachtkollegen aus Benediktbeuern, da sich einige Benediktbeurer an der Suche nach dem vermissten Kanadier beteiligt hatten.
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Am Feiertag Mariä Himmelfahrt rückten die Kochler gleich dreimal aus, berichtet Bereitschaftsleiter Toni Geiger III. Mittags brach sich eine Frau am Herzogstandgipfel den Knöchel. Nach der Erstversorgung wurde sie mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Murnau geflogen. Zum Einsatz kam ein Helikopter aus Reutte/Österreich. Zur gleichen Zeit verirrte sich eine Wanderin auf dem Weg zwischen Kreut-Alm und Schlehdorf. Sechs Bergwachtler rückten aus – drei vom Berg, drei vom Tal – und verständigten sich mit der Frau via Telefon. Anhand ihrer Geländebeschreibung wurde sie dann gefunden und sicher ins Tal gebracht, berichtet Geiger. Nach zwei Stunden war der Einsatz beendet. Um 21.15 Uhr kam die nächste Alarmierung: In Walchensee, auf dem Weg vom Heimgarten über den Dainingsbach ins Tal, hatten Passanten zwei sehr langsam gehende Wanderer beobachtet und Sorge, dass diese nicht mehr vor Einbruch der Dunkelheit unten sein könnten. Zwei Bergwachtler machten sich auf den Weg, zwei andere hielten derweil im Tal die Stellung, falls weitere Hilfe benötigt werde. Die älteren Wanderer waren laut Geiger gut ausgerüstet, aber für die Begleitung mit Taschenlampen dann doch recht dankbar. Um 22.30 Uhr kamen die Touristen im Tal an.
Ein herrenloser Hund sorgte dann am Freitagvormittag für Aufregung. Eine Bergsteigerin hatte ihren Hund, laut Geiger eine mittelgroße Münsterländer-Mischung, auf dem Weg von der Kesselberg-Passhöhe in Richtung Jochberg aus den Augen verloren. „Andere Bergsteiger hatten ihr berichtet, der Hund laufe nach oben, weshalb auch die Frau rasch hoch ging“, berichtet Geiger. Doch derweil saß das Tier im unteren Bereich jaulend am Wegesrand, weshalb Wanderer die Bergwacht riefen. Die drei Einsatzkräfte baten die Bergsteiger, Richtung Gipfel die Info weiterzugeben, wo der Hund sei. Geraume Zeit später konnten sich Hund und Besitzer, eine Frau aus dem Raum Penzberg, wieder in die Arme schließen. „Die Dame war sehr glücklich und hat sich sehr bedankt.“
Am Freitagmittag verletzte sich eine Bergsteigerin am Herzogstandhaus den Knöchel. Nach der Erstversorgung wurde sie mit dem Auto ins Tal transportiert und ins Krankenhaus Penzberg gebracht.
Mit Blick auf die vielen Einsätze ist Bereitschaftsleiter Toni Geiger dankbar, dass die Zusammenarbeit mit den anderen Bergwacht-Bereitschaften aus dem Bereich Loisachtal-Nord reibungslos läuft. „Wir arbeiten hervorragend zusammen, auch mit den Hubschrauber-Teams“, sagt der Kochler. Obwohl jetzt Urlaubszeit sei, könne man die Einsätze, zum Teil auch von mehrere gleichzeitig, mit ehrenamtlichen Einsatzkräften professionell abwickeln. „Die regelmäßigen gemeinsame Übungen der Bergwachten und der Hubschrauber-Betreiber tragen bei den komplexen Einsatzabläufen dazu bei, dass die Patienten optimal und schnell versorgt und abtransportiert werden können.“
