VonChristiane Mühlbauerschließen
Das Leben hat es oft gut gemeint mit Katharina Guggenbichler aus Mürnsee: Am Montag feierte sie im Kreise von Familie, Verwandten und Bekannten ihren 100. Geburtstag im Seniorenheim „Zum Jaud“ in Bad Heilbrunn.
Bad Heilbrunn – Auch Bürgermeister Thomas Gründl und Pfarrer Pater Karl Bopp gratulierten der jetzt ältesten Gemeindebürgerin.
Guggenbichler wurde 1919 als viertes von sieben Kindern auf einem Bauernhof in Bairawies geboren. Ihre Geschwister hat sie mittlerweile alle überlebt, und noch im Alter von 98 Jahren lebte Guggenbichler in ihrem Häuschen in Mürnsee alleine und hatte Freude daran, bis zu fünf Ster Holz alleine aufzurichten, berichtete die Familie bei der Feier. Außerdem saß sie stundenlang strickend auf der Hausbank. „Meine Schwiegermutter war immer sehr bescheiden und gutmütig“, sagte Medi Reheis.
Zusammen mit ihrem mittlerweile verstorbenen Ehemann Johann arbeitete Katharina Guggenbichler unter anderem als Verwalterin auf dem Heilbrunner Gut Bocksberg. Auch Max Schlereth, der mittlerweile in Österreich lebt, schickte der 100-Jährigen Grüße. Außerdem war Guggenbichler viele Jahre lang Bedienung im Gasthof Reindlschmiede. „Das war ihre zweite Heimat“, erzählte Reheis. Viele Heilbrunner kennen die Jubilarin außerdem noch als Badeaufsicht und Kiosk-Betreuerin im ehemaligen Schwimmbad in Mürnsee. Aus der Ehe mit Johann gingen drei Kinder hervor, die jüngste Tochter starb vor ein paar Jahren. „Das war ein schwerer Schlag“, erinnerte sich Reheis. Heute freut sich die 100-Jährige über zwei erwachsene Enkelkinder und vor allem über die sechs Jahre alte Urenkelin Stephanie.
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Seit zwei Jahren lebt Guggenbichler im Heilbrunner Seniorenheim. „Sie ist sehr zufrieden und fühlt sich wohl hier“, berichtete Reheis. Das Team servierte den vielen Gratulanten am Montag Sekt, Kaffee und Kuchen.
Die Schar der Besucher war groß, denn Katharina Guggenbichler gilt als gesellige Frau, die gern unter Leuten ist. Auch Heinz Stelzer vom VdK Heilbrunn und Irmgard Bromberger vom Frauenbund gratulierten. Für den Adventsmarkt des Frauenbunds strickte Guggenbichler in den vergangenen Jahrzehnten „einen ganzen Berg von Socken“, sagte Bromberger lächelnd. Medi Reheis wusste, dass ihre Schwiegermutter daheim auch Kaminkehrer und Briefträger mit selbst gestrickten Socken beschenkte. „Ich glaube, sie brachte es auf mehr als 100 Paar Socken im Jahr.“
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Für den Abend hatte sich die Musikkapelle mit einem Ständchen angekündigt, denn Volksmusik schätzt die 100-Jährige sehr.
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