VonDoris Schmidschließen
Der Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) war nach dem verheerenden Hagelunwetter im Südlandkreis im Einsatz. Sprecher Dieter Weiß berichtet von den Arbeiten.
Geretsried/Benediktbeuern – Der Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) hat anstrengende Tage hinter sich. Rund 20 Frauen und Männer waren nach dem verheerenden Hagelunwetter am Samstagnachmittag im Südlandkreis mit zahlreichen anderen Rettungskräften aus dem ganzen Oberland im Einsatz. „Für uns war das eine besondere Herausforderung“, sagt Dieter Weiß, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Geretsrieder Ortsverband, im Gespräch mit unserer Zeitung. Vier Tage unterstützten sie gemeinsam mit Kräften aus den Ortsverbänden Starnberg und Miesbach die Aufräumarbeiten.
Hagel von 10 Minuten hielt Einsatzkräfte mehrere Tage in Atem
„Ein Gewitter kommt schnell mal“, sagt Weiß mit Blick auf den wechselhaften Sommer in diesem Jahr. Auch am Samstag sah es nach einem dieser Unwetter mit Regen, Blitz und Donner aus. Dass es so verheerend enden würde, konnte keiner ahnen. In zehn Minuten richtete der Hagelschlag einen Schaden an, der die Einsatzkräfte mehrere Tage in Atem hielt. Besonders schwer getroffen wurden wie berichtet die Orte Benediktbeuern, Arzbach und Lenggries. Umgehend rückten die Freiwilligen Feuerwehren aus. Das THW alarmierte die Integrierte Leitstelle drei Stunden nach dem Unwetter. „Erst wenn vor Ort die Hand gehoben wird mit der Bitte um Hilfe, sind wir zur Stelle“, erklärt Weiß die zeitliche Verzögerung.
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THW sicherte beschädigte Hausdächer in den betroffenen Orten
Die Geretsrieder sollten zunächst nach Arzbach ausrücken, um bei der Sicherung des Campingplatzes zu helfen, der nach dem massiven Hagel evakuiert worden war. Noch auf der Anfahrt änderte sich der Einsatzort, was bei einer solch großflächigen Einsatzlage nicht ungewöhnlich ist. Die Aufgabe der Ortsgruppe bestand nun darin, bei der Sicherung der beschädigten Hausdächer zu unterstützen. Zusätzlich leuchteten THW-Kräfte gemeinsam mit Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr die Einsatzstellen aus, „damit man sicher arbeiten kann“, so Weiß. Während dieses Einsatzes wurde das Geretsrieder THW durch die übergeordnete Einsatzleitung der Feuerwehr auch ans Kloster Benediktbeuern beordert. Dort konzentrierten sich die Arbeiten bis Dienstagabend. „Neben der Ersterkundung der entstandenen Schäden gemeinsam mit den Ansprechpartnern des Klosters vor Ort unterstützten wir bei der Sicherung des durch den Hagel massiv beschädigten Dachs der Basilika. Das großflächige Ausleuchten war ebenso in unserem Einsatzspektrum wie die Unterstützung der Einsatzabschnittsleitung der Feuerwehr.“
Am Sonntag wurden Kräfte des THW nachalarmiert, um beim Aufbau und bei der Einweisung auf die Sandsackfüllanlage des Landkreises zu helfen. Nachdem am Montag weitere Kräfte am Kloster nötig geworden waren, wurden zusätzlich die Ortsverbände aus Miesbach und Starnberg an die Einsatzstelle alarmiert.
Letzter Einsatztag war der Dienstag. Die Geretsrieder waren mit ihrer Bergungsgruppe und dem Zugtrupp des Technischen Zugs in Benediktbeuern, um die letzten Dachflächen mit den Einsatzkräften der Feuerwehr und der alpinen Einsatzgruppe der Polizei zu sichern. „Nachdem alle Einsatzkräfte durch die Erfahrungen der Tage davor optimal eingespielt waren, konnten die Einsatzstellen am Kloster sehr zügig abgearbeitet werden.“ Damit konnte man den Einsatzabschnitt Kloster am Dienstagabend so weit abschließen. Die weiteren Arbeiten werden nun Privatfirmen durchführen.
Viertägiger Einsatz war herausfordernd für die Einsatzkräfte
Weiß sagt, dass der viertägige Einsatz durchaus herausfordernd gewesen sei. Bei Regen im Dunkeln auf ein Kirchendach zu steigen, sei nicht ohne, besonders, wenn man die örtlichen Gegebenheiten nicht kennt. „Aber dafür sind wir ja da und auch gerüstet“, so der Pressesprecher. Vor zwei Jahren habe das THW nach einem Unwetter das demolierte Dach der Waldramer Kirche gesichert. „Wir wussten, wie man mit großen Planen umgeht“, blickt Weiß zurück. Neben einem Führungsfahrzeug zur Koordination war das THW auch mit schwerem Gerät, einem Lkw mit Kipper und Kran, angerückt. „Wir sind außerdem darauf ausgelegt, in Schichten da zu sein. Wir haben die Kapazitäten, längere Zeit am Einsatzort sein zu können“, benennt er einen grundsätzlichen Unterschied zur Feuerwehr. „Und im Hintergrund wird bei uns schon vieles für einen möglichen Einsatz vorbereitet.“
Info: Im Geretsrieder THW-Ortsverband kann jeder ab zehn Jahren mitmachen. Zwischen zehn und 18 Jahren können sich Jugendliche in der Jugend engagieren, um den Umgang mit der Technik kennenzulernen. Erwachsene können sich als ehrenamtliche Helfer engagieren. Infos im Internet unter www.thw-geretsried.de
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