Vierstreifiger Ausbau der B 318

Bundesstraße muss gesperrt werden

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Hier wird unterquert: Die Gemeindewerke müssen Versorgungsleitungen verlegen, ehe der vierstreifige Ausbau der B 318 beginnen kann.
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Der vierstreifige Ausbau der B 318 steht an. Ehe die Straßenbauer aber anpacken, müssen die Gemeindewerke neue Leitungen unter die künftige Trasse legen. Autofahrer werden’s nicht gerne hören: Die B 318 wird dafür nächste Woche gesperrt.

Holzkirchen Die „junge“ B 318 bei Holzkirchen – dort, wo sie gerade aus der Autobahn entspringt und Richtung Tegernsee abfließt – zählt zu den meistbefahrenen Strecken des Landkreises. Hier reihen sich Pendler auf Ausflügler, gleich daneben pulsiert der Wirtschaftsstandort Holzkirchen. Durchschnittlich 30 000 Fahrzeuge sind dort jeden Tag unterwegs; in sieben Jahren, so sagen es Prognosen, ist an diesem Nadelöhr mit 36 000 Kfz zu rechnen.

Ehe an dieser nervigen Staufalle der Infarkt droht, weitet das Straßenbauamt den Durchfluss auf: Der Abschnitt bis zur Abfahrt ins Gewerbegebiet-Ost (Geothermie) wird von zwei auf vier Streifen verbreitert. Ende Februar mussten bereits einige Bäume weichen, demnächst soll die Verbreiterung der Trasse beginnen.

Zuvor leisten die Gemeindewerke Holzkirchen ihren Beitrag: Wie Geschäftsführer Albert Götz mitteilt, ist ein ganzes Bündel Versorgungsleitungen einmal quer über die Straße zu legen; die alten Stränge einfach zu verlängern, das funktioniert technisch nicht. „Vertreten sind alle Sparten“, sagt Götz. Rohre für Wasser und Kanal, Fernwärme, Strom, Breitband. „Teilweise legen wir Leerrohre, durch die wir später Kabel durchschieben.“

Oberirdisch verlegen die Gemeindewerke eine Trafostation und einen Wasserschacht, die vom bisherigen Fahrbahnrand an den künftigen Straßenrand rücken.

Nötig ist die Querung, um das östlich der B 318 gelegene Versorgungsgebiet der Gemeindewerke anzubinden: Autobahnmeisterei, die Baufirma Iska sowie die Autobahn-Raststätte. Rund 100 000 Euro wird die Verlegung wohl kosten. „Wir sind der regionale Versorger, wir stehen da in der Pflicht“, betont Götz.

Um die Arbeiten schnell durchziehen zu können, habe man sich gegen eine langwierige Teil- und für eine kurze Totalsperrung der B 318 entschieden, sagt Götz. Am Montag, 6. August, zwischen 19 und 20 Uhr fällt die Schranke. „Wir legen mit Volldampf los“, verspricht Götz, „gearbeitet wird Tag und Nacht im Schichtbetrieb.“

Götz geht davon aus, dass der Verkehr am Mittwoch, 8. August, ab den Morgenstunden wieder fließen kann. Sollten wider Erwarten alle Stricke reißen, dauert die Vollsperrung bis Donnerstag, 9. August.

Umgeleitet wird ab Autobahn über die Kreisstraße MB 14 nach Föching, dort geht’s auf der MB 4 nach Holzkirchen und über die Nordspange (MB 9) zurück auf die B 318. „Die Vollsperrung und die Umleitung werden anstrengend für alle Beteiligten“, weiß Götz, „aber immerhin gibt es keinen Schülerverkehr, und viele Pendler sind im Urlaub.“

Spätestens ab Ende nächster Woche hat das Straßenbauamt freie Fahrt, die breitere Trasse zu planieren und aufzutragen. Die europaweite Ausschreibung des Streckenausbaus dürfte abgeschlossen, die Aufträge vergeben sein. Vollsperrungen sind allerdings nicht mehr geplant. „Während des Ausbaus wird es sicher zu Verkehrsbehinderungen auf der B 318 kommen“, teilte Matthias Geitz als zuständiger Abteilungsleiter im Straßenbauamt auf Anfrage mit, „wir sind aber bestrebt, möglichst immer beide Fahrspuren aufrecht zu erhalten.“ Mitte 2019 soll der vierstreifige Abschnitt fertig sein und „unter Verkehr gehen“.

Dann endlich kann die Fichtholz-Ampel verschwinden, der größte Hemmschuh auf diesem Abschnitt. Die von Föching kommende Kreisstraße wird dann endgültig durchs Gewerbegebiet-Nord verschwenkt und über die gerade erst fertig gewordene Brücke kreuzungsfrei auf die B 318 eingefädelt.

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