VonJohannes Welteschließen
Der Bär, der für den Tod des Joggers im Trentino verantwortlich ist, ist die Bärin Gaia. Sie ist die 16 Jahre alte Schwester des Braunbären Bruno, der 2006 in Bayern erschossen wurde.
Trient - Die Staatsanwaltschaft Trient hat gestern bekannt gegeben, dass die genetische Analyse von Spuren am Leichnam Papis, die das Labor der Edmund-Mach-Stiftung in St. Michael an der Etsch (Trentino) ausgewertet hat, ergeben hat: Es war die Bärin JJ4, genannt Gaia, die für den Tod des Joggers verantwortlich ist.
Gaia ist die jüngere Schwester des Bären Bruno (JJ1), der 2006 nahe des Rotwandhauses am Spitzingsee erschossen wurde. Ihre Mutter ist die Braunbärin Jurka, die 2000 in Slowenien gefangen und im Naturpark Adamello-Brenta ausgesetzt wurde. Zehn slowenische Bären sollten die dortige auf vier Exemplare zusammengeschrumpfte Bärenpopulation verstärken.
Bärin Gaia tötet Jogger in Italien - Sie war bereits zuvor auffällig geworden
Gaia war bereits auffällig geworden: Sie wird für einen Angriff auf den Tridentiner Jäger Christian Misseroni (61) und dessen Sohn Fabio (39) auf dem Monte Peller am 22. Juni 2020 verantwortlich gemacht. Der Sohn war dem Vater zufolge von der Bärin plötzlich überfallen worden. Der Vater wurde bei dem Vorfall schwer verletzt.
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Nach Tod von Jogger: Jagd auf Bärin Gaia hat begonnen
Unterdessen haben am Dienstag 40 Forstbeamte am Monte Peller mit der Jagd nach der 16 Jahre alten Gaia begonnen, ein Gebiet von 800 Hektar wird durchsucht. Die Trentiner Landesregierung und die Umweltbehörde ISPRA haben bereits grünes Licht für den Abschuss gegeben. Fabio Angeli, Direktor des zuständigen Forstamtes Malè, warnt: „So lange das Tier noch nicht entfernt ist, sind alle outdoor-Aktvitäten im Val di Sole nicht zum empfehlen.““ Auch zwei andere Bären, Brunos Halbbruder MJ5 (genannt der Boss), der im März dieses Jahres einen Gassigeher angegriffen und schwer verletzt hatte und ein Bär namens M62, der Hühner an einem Bauernhof geraubt hatte, sollen erlegt werden, wenn alle Behörden zustimmen. Auf jeden Fall sollen MJ5 und M62 eingefangen werden.
Tierschützer verhinderten 2020 Gaias Abschuss
Was die Angelegenheit besonders brisant macht: Gaia sollte bereits nach dem Überfall auf Fabio und Christian Misseroni vor drei Jahren erschossen werden. Die damals bereits von der Provinz erlassene Abschussverordnung war jedoch vom regionalen Verwaltungsgericht wieder aufgehoben worden. Gaia hatte nämlich drei Junge, Natürschützer befürchteten, dass diese ohne die Mutter verhungern müsse. Gaia wurde eingefangen, mit einem Sender versehen und wieder freigelassen. Allerdings ist der Akku dieses Senders längst leer.
Trauer und Wut bei der Beerdigung
Heute fand auch die Trauerfeier für Andrea Papi in der Pfarrkirche seines Heimatortes Caldes statt. Die Kirche war für den engsten Familienkreis reserviert. Im Freien drängten sich rund 3000 Freunde um die Kirche, das Requiem wurde nach außen per Lautsprecher übertragen. Alle 13 Gemeinden des Val di Sole-Tales legten um 15 Uhr eine Schweigeminute ein. Pater Renato Pellegrini sagte laut stol.it bei der Beerdigung: „Wir sind alle erschüttert. Unsere Tränen vermischen sich mit denen der Angehörigen. Wir vertrauen dem Herrn unseren Einsatz an, damit sich so große und schmerzhafte Tragödien nie wiederholen“. Caldes‘ Bürgermeister Antonio Maini sagte laut ladige.it. „Einer unserer Jungen ist gestorben und wir sind erschüttert über den Verlust. Aber wir sind auch wütend, weil er durch einen Bärenangriff gestorben ist. Und das hätte nicht passieren dürfen.“
Nach dem Tod eines Joggers im norditalienischen Trentino ist die Sorge vor Braunbären groß. Im südlichen Mangfallgebirge könnten sich aktuell mindestens zwei von ihnen aufhalten.
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