„Mobilitätsdrehscheibe“

Neue Zugverbindung für den Flughafen München: Ab 2024 von Nürnberg direkt zum Airport

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Einsteigen, ohne abzuheben: Vom Tiefbahnhof am Flughafen München kann man ab Ende 2024 über Regensburg bis Nürnberg fahren – umsteigefrei.
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Die Schienenanbindung des Münchner Flughafens verbessert sich - ein bisschen zumindest. Das Warten auf den ICE geht indes weiter.

Erding/Flughafen – Der Chef des Münchner Flughafens, Jost Lammers, und sein Lufthansa-Kollege Stefan Kreuzpaintner ringen seit Jahren um einen Fernbahnanschluss für Deutschlands zweitgrößten Airport. Doch der ist nicht in Sicht. Die Verbesserung bei der Schienenanbindung verläuft in eher gemächlichem Tempo. Immerhin: Nun zeichnet sich der nächste Schritt ab.

Flughafen München: Neue Zugverbindung nach München beschlossen

Ab dem Fahrplanwechsel Ende 2024 soll es eine Zug-Direktverbindung vom Moos-Airport bis an den Nürnberger Hauptbahnhof geben. Das hat der Ministerrat beschlossen, wie Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) am Mittwoch mitteilte.

Möglich wird dies durch die Verlängerung des Überregionalen Flughafen Express („ÜFEX“) über den bisherigen Endhaltepunkt Regensburg hinaus. Und durch eine Verbindung zweier bestehender Verkehre – die Netze „Donau-Isar“, bedient von der DB Regio, und „Regensburg/Donautal“, in dem Agilis Züge fahren lässt. Der ÜFEX wird ab Ende kommenden Jahres über Regensburg, Parsberg und Neumarkt/Oberpfalz die Frankenmetropole ansteuern. Dies geschieht auch deshalb problemlos, weil laut Ministerium beide Unternehmen die gleichen – neuen – Züge von Siemens einsetzen. Bernreiter kündigte in diesem Zusammenhang an, mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft als Verkehrsbesteller die vertraglichen Grundlagen zu verhandeln.

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Flughafen München: Neue Verbindung nach München - „Mobilitätsdrehscheibe“

Er freut sich „dass wir bei er Schienanbindung des Münchner Flughafens damit einen großen Schritt weiterkommen.“ Zum einen werde der „Flughafen München als zentrale bayerische Mobilitätsdrehscheibe und wichtiger Arbeitgeber in der Region“ profitieren. „Zum anderen sind die westliche Oberpfalz und der Großraum Nürnberg Nutznießer einer umsteigefreien Verbindung zum Münchner Flughafen zu günstigen Nahverkehrskonditionen wie dem Deutschlandticket.“

Der Flughafen München liegt seit 1992 im Erdinger Moos. Er ist rund 40 Kilometer weg von der bayerischen Landeshauptstadt München und der zweitgrößte Airport Deutschlands nach Frankfurt. 90 Fluggesellschaften fliegen ihn an, 210 Ziele in 63 Ländern können durch ihn erreicht werden. Markant ist vor allem die Kuppe des Munich Airport Centers (MAC) - sie prägt die Optik des Flughafens.

Bernreiter lässt in der Mitteilung durchblicken, dass auch er sich einen ICE-Anschluss wünscht, bei dem momentan vor allem das FDP-geführte Bundesverkehrsministerium auf der Bremse steht (wir berichteten). Umso wichtiger ist für die Staatsregierung und die FMG vorerst die sukzessive Erschließung mit überregionalen Flughafen-Expresszügen.

Neue Zugverbindung für den Flughafen München: Ab 2024 von Nürnberg direkt zum Airport

Einer davon soll in mittlerer Zukunft über den S-Bahn-Ringschluss nach Erding rollen und von dort weiter auf der Strecke München–Mühldorf bis Salzburg. Doch noch ist nicht mal der Ringschluss zwischen Erding und Flughafen durchgeplant beziehungsweise die Planung genehmigt. Gebaut wird nach der Fertigstellung des Flughafentunnels aktuell nur im Abschnitt zwischen Vorfeld-Ost und Schwaigerloh, wo auch ein Haltepunkt vorgesehen ist. Vom neuen Nürnberg-ÜFEX können auch die Erdinger profitieren, weil sie dann vom Flughafen dorthin gelangen, ohne zunächst nach München fahren zu müssen.

Flughafenchef Jost Lammers sagte unserer Zeitung: „Das ist ein tolles Signal für den Münchner Flughafen. Die direkte Verbindung zur zweitgrößten Stadt Bayerns ist ein weiterer wichtiger Schritt für eine bessere Schienenanbindung des Airports.“ Um das Mobilitätsangebot für Reisende noch nachhaltiger zu gestalten, sei eine bessere Vernetzung von Schienen- und Luftverkehr „essentiell“, so Lammers. ham

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