Porträt

Vom Garagenbrauer zum „Bier-Kommunikationszentrum“: Markus Hoppes Weg mit Hindernissen

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Markus Hoppe, Bierbrauer aus Waakirchen.
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Vielen gilt er als Senkrechtstarter der Craft-Beer-Szene: Markus Hoppe, der sein Bier in der Garage der Eltern erfand, musste für seinen Traum einige Rückschläge einstecken. Jetzt ist sein „Bier-Kommunikationszentrum“ fast fertig.

Manchmal erschrickt Markus Hoppe selbst vor dem, was er sich aufgebaut hat. Wenn er in das mächtige Gebäude tritt und an den riesigen Tanks hochschaut, wirkt sein eigener Traum befremdlich, ja respekteinflößend. „Puh, da hab’ ich mir was hingestellt“, denkt er dann. In jenen Momenten wirkt die Erinnerung an den acht Jahre jüngeren Markus Hoppe seltsam weit weg – an den, der 2010 in der Garage der Eltern mit dem Bierbrauen anfing, mit einem Gasbrenner hantierte und die Etiketten per Hand auf die Flaschen klebte.

Am 6. November wird Hoppe, 28 Jahre alt, Typ perfekter Schwiegersohn, den ersten Sud in seiner eigenen Brauerei einkochen. „Auf diesen Tag habe ich vier Jahre hingearbeitet“, sagt er. Für ihn ist das große Haus, das gerade in seinem Heimatort Waakirchen (Landkreis Miesbach) entsteht, ein „Bier-Kommunikationszentrum“.

Elf Zapfhähne ragen aus der Wand: Hoppe sieht schon alles vor sich

Seine hopfigen Craft-Biere, die „Wuida Hund“, „Wuidsau“ oder „Fuchsteufelswuid“ heißen, produziert Hoppe bislang in einer Brauerei in Grafing (Landkreis Ebersberg). Jetzt bekommt seine Firma Hoppebräu eine Heimat. Hoppe sieht in Gedanken schon alles vor sich: die elf Zapfhähne, die aus der Wand ragen, den gemütlichen Pub, aus dem man durch ein großes Fenster in die Brauerei schauen kann, und den „stilvoll beleuchteten“ Fassturm im Keller, den die Besucher bei Führungen passieren werden.

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2014 lachten Bankmitarbeiter den Braumeister und seine hohe Kreditforderung aus. Seitdem verkaufte Hoppebräu jedes Jahr die doppelte Menge. 2018 sagt Hoppe, der vielen als Senkrechtstarter der deutschen Craft-Beer-Szene gilt: „Ich kann mir das Wachstum nicht mehr leisten.“ Die Bierfässer, -kästen und -flaschen, von denen er immer mehr kaufen muss, sind teuer.

Eine Lärmschutzwand nennt er „Waakirchner Klagemauer“

Kleine Sorgen sind das gegen jene, die ihm die Einsprüche eines Anwohners gegen seine Brauerei bereiteten: „Alles hätte platzen können – da hatte ich schon an die 50 000 Euro in die Planung investiert.“ Der Nachbar forderte mehr Abstand zu seinem Haus. Der Bau verzögerte sich, Hoppe musste eine 16 Meter lange Lärmschutzwand errichten und selbst bezahlen. Heute nennt er sie „die Waakirchner Klagemauer“.

Der Konflikt mit dem hartnäckigen Mann war nicht Hoppes einziger Kampf. Nach mündlicher Zusage verweigerte ihm eine Bank zwischenzeitlich doch die Finanzierung. „Ein brutaler Schlag ins Gesicht, eine extrem schwierige Zeit, ich habe sehr an mir gezweifelt“, sagt er. Nun, wo alles gut und das Ende der aufreibenden Bauphase in Sicht ist, zwingt sich Hoppe auch mal um halb Vier zum Feierabend. Und dann packt er seinen eineinhalbjährigen Sohn Emil für eine Radtour ein. Meistens endet sie in einem Biergarten. 

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