Im Innenausschuss des Bundestags

Vom Modeverkäufer zum Mörder: Neue Details über Auto-Killer von München

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Mit diesem Mini raste der Attentäter in die ver.di-Demo.
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Der 24-jährige Afghane, der in München zwei Menschen tötete, war einst Modeverkäufer. Seine Radikalisierung begann erst im Oktober 2024, die genauen Umstände sind unklar.

Er liebte Mode. Auf Instagram präsentierte sich der Auto-Attentäter (24) von München mit Dior-T-Shirt, im Anzug, in teurer Winterjacke. Jetzt kam raus: Der Afghane, der am 13. Februar in München zwei Menschen tötete und 37 verletzte, hatte in einer großen Modekette für günstige Klamotten gearbeitet. Vom Modeverkäufer zum Mörder!

In der Sondersitzung des Innenausschusses des Bundestags ging es gestern um seine Todesfahrt in die ver.di-Demo in der Seidlstraße. Per Video dabei: Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), BKA-Vizepräsident Jürgen Peter, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Münchens OB Dieter Reiter (SPD).

Anschlag in München: Verdächtiger war zum Tatzeitpunkt fahrtüchtig

Die Ermittler gehen von einem religiösen Hintergrund aus. Radikalisiert haben soll sich der Mann erst ab Oktober 2024. Wie genau – unklar. Ausschussmitglieder wollten wissen, ob er sich die ver-di-Demo gezielt ausgesucht hatte. Das kommentierte der Generalbundesanwalt nicht. Ebenso wenig die Frage, ob er die Tat just an diesem Tag geplant hatte. Klar ist: Er war zum Tatzeitpunkt fahrtüchtig. Er war laut Teilnehmern nicht betrunken, stand nicht unter Drogen.

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Laut Joachim Herrmann war der Verdächtige nie auffällig gewesen Er besuchte eine nicht-extremistische Moschee. Er hatte einen Mittelschulabschluss, bekam einen Ausbildungsvertrag bei der Klamotten-Kette. Laufzeit: September 2020 bis August 2022. Ein Abschlusszeugnis lag Teilnehmern zufolge laut OB Reiter nicht vor. Eine Lücke in der Dokumentation? Oder hatte er die Ausbildung abgebrochen? Auch das unklar. Später arbeitete der Mann für eine Sicherheitsfirma. Dafür ist eine Sicherheitsüberprüfung notwendig.

Warum war der Afghane in München geduldet?

Der Polizei wurden im Ausschuss keine Vorwürfe gemacht. Der Fahrer war von hinten an drei Polizeifahrzeugen vorbei in die Streikenden gerast – dabei überfuhr er Ingenieurin Amel (37) und ihre Tochter Hafsa (2). Sie wurden am 15. Februar für tot erklärt. „Die Beamten hatten keine Reaktionsmöglichkeit“, so ein Ausschuss-Teilnehmer.

Laut Mitgliedern sollte OB Dieter Reiter erklären, warum er überhaupt in München war. Denn: Die Stadt München hatte ihm im April 2021 eine Duldung und im Oktober 2021 einen Aufenthaltstitel erteilt – obwohl sein Asylantrag zuvor abgelehnt worden war. Ein Grund für die Duldung sei im Ausschuss nicht genannt worden heißt es.

CSU-Abgeordnete Andrea Lindholz.

Nach der Sitzung mahnte Innenministerin Faeser: „Das Leid der Opfer darf keinesfalls für Stimmungsmache missbraucht werden.“ CSU-Abgeordnete Andrea Lindholz kritisierte, das Asylverfahren des Mannes habe „fast vier Jahre gedauert. Trotz negativen Ausgangs durfte er dann im Land bleiben. Das ist keine geordnete, an unseren Interessen und Möglichkeiten ausgerichtete Migrationspolitik. Hier braucht es eine echte Wende, wenn wir die grundsätzliche Hilfsbereitschaft in unserer Bevölkerung dauerhaft bewahren wollen.“ CDU-Innenexperte Marc Henrichmann forderte mehr Kompetenzen für die Behörden. Sie müssten „künftig gerade bei solchen Täterprofilen in die Lage versetzt werden, Radikalisierungen besser und früher zu erkennen“.

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