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Nach Tod der Surferin von der Eisbachwelle: Isarfischer warnen vor Trockenlegung

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Die Isarfischer sammeln die Fische aus dem abgelassenen Eisbach. Das Foto entstand im Jahr 2018.
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Nachdem eine 33-jährige Münchnerin beim Surfen auf der Eisbachwelle tödlich verunglückt ist, läuft die Ursachenforschung. Doch die Untersuchung der Eisbach-Unfallstelle ist vor allem wegen der starken Strömung anspruchsvoll.

München - Die Surferin wurde bei dem Horror-Unfall von der Strömung des Eisbachs unter Wasser gedrückt, nachdem sich die Sicherheitsleine ihres Surfbretts mit einem Gegenstand am Grund verheddert hatte.

Noch kein Antrag zur Wasserabsenkung

Laut Umweltreferat wurde bislang noch kein Antrag auf Genehmigung der Wasserabsenkung bei der Stadt eingereicht. Das Absenken der Wasserhöhe erfordert nämlich eine wasserrechtliche Genehmigung, die die Ermittlungsbehörden bei der unteren Wasserrechtsbehörde des Umweltreferats einholen müssen.

Das Ganze ist nicht so einfach und geht nicht so schnell. Abhängig vom erforderlichen Umfang müsste der Zulauf zum Fabrikbach, aus dem sich der Eisbach speist, ganz oder teilweise geschlossen werden. Je nach Maßnahme könnte das Auswirkungen auf das gesamte Gewässersystem bis nach Garching haben, darunter auch auf die Bäche im Englischen Garten und auf den Kleinhesseloher See.

Klaus Betlejewski ist der Chef der Isarfischer.

Die Absenkmaßnahmen bedeuten in jedem Falle Aufwand, der vom Umweltreferat koordiniert werden muss. Betroffen davon sind auch die Isarfischer, die in täglichem Austausch mit der Stadt stehen, wie ihr Vorsitzender Klaus Betlejewski auf Anfrage erklärt. Es geht dabei um die Frage, ob für die Untersuchungen an der Eisbachwelle nur die Strömung für zwei bis drei Stunden unterbrochen wird oder man das Wasser komplett absenkt.

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80 Helfer müssten Bach abfischen

Bei der ersten Variante seien die ökologischen Auswirkungen „wohl zu vernachlässigen“, sagt Betlejewski. Problematischer wird die Sache bei einer kompletten Trockenlegung. „Dann müssten wir vorher abfischen.“ Ohne eine solche Aktion wäre der ökologische Schaden zu groß. Doch fürs Abfischen des Bachsystems bräuchte er etwa 80 Helfer und zehn Fahrzeuge, um die Fische herauszuholen und umsetzen zu können. Aus den Erfahrungen bei bisherigen Bachauskehren rechnet der Fischer-Vorstand mit ein bis zwei Tagen Arbeit. „Das ist nicht von heute auf morgen zu organisieren.“ Bei den regelmäßigen Bachauskehren, zuletzt im Herbst 2022, gibt es einen monatelangen Vorlauf.

Zudem sind die Münchner Isarfischer nicht der einzige betroffene Fischereiverein. Es müssten auch die Garchinger Fischer ran, deren Mühlbach aus München gespeist wird. Aber auch Kraftwerkbetreiber wie die des Tivoli-Kraftwerks müssen für entsprechende Maßnahmen benachrichtigt werden.

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