Trotz Arbeiten unweit seiner Haustür

Glasfaserausbau in Bad Tölz: Anwohner fürchtet, wegen Planungsfehler außen vor zu bleiben

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„Jedes Ausbaugebiet hat seine Grenzen“: Das Haus Hindenburgstraße 20, in dem Hans-Peter Potratz wohnt, sollte ursprünglich nicht an die Glasfaserleitung angeschlossen werden, obwohl die Arbeiten in unmittelbarer Nähe verliefen.
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Die Leitungsarbeiten liefen unweit seiner Haustür - und doch erhielt Hans-Peter Potratz aus Bad Tölz die Auskunft, er bekomme keinen Glasfaseranschluss.

Bad Tölz – Man sieht es an verschiedenen Ecken in der Stadt an aufgerissenen Straßen und Bürgersteigen: Die Telekom ist in Bad Tölz wieder eifrig mit dem Glasfaserausbau zugange. Was einerseits mit Unannehmlichkeiten verbunden ist, bedeutet andererseits für viele Tölzer die Aussicht auf schnelleres Internet. Umso besorgter war der Tölzer Hans-Peter Potratz dieser Tage, wegen eines möglichen Planungsfehlers der Telekom außen vor zu bleiben.

Tölzer ist perplex, als er hört, dass er keinen Glasfaseranschluss bekommt

In einer E-Mail wandte sich der 63-Jährige an den Tölzer Kurier. Er wohnt in einem Sechs-Parteien-Haus mit der Adresse Hindenburgstraße 20. Tatsächlich liegt das Gebäude aber ein Stück abseits der Hindenburgstraße, an der kreuzenden Wachterstraße. Dass direkt gegenüberliegende Haus auf der anderen Straße hat die Adresse Wachterstraße 7. Potratz’ Adresse hat historische Gründe. „Unser Haus ist das älteste in der Umgebung, es steht seit 1923.“

Als nun in unmittbarer Nähe, an der Kreuzung Peter-Freisl-/Wachterstraße, Bauarbeiten im Gange waren, wandte sich Potratz nach eigener Schilderung an den Bautrupp und fragte, wann das Haus Hindenburgstraße 20 an der Reihe sei. Die Antwort: Das sei gar nicht vorgesehen. Potratz war perplex: Nach der Auskunft, die er bekam, sollte das Haus auf der anderen Straßenseite einen Glasfaseranschluss bekommen. Das von ihm bewohnte Haus sowie das Nachbargebäude (Wachterstraße 9 ½) dagegen nicht, obwohl sich nach Potratz’ Angaben in unmittelbarer Nähe ein Glasfaser-Verteilerkasten der Telekom befindet.

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„Vermutlich hätten die 70 Meter den finanziellen Rahmen gesprengt“

Auch eine Rückfrage bei der Telekom über ein Tölzer Fachgeschäft erbrachte keine andere Auskunft. „So eine Aussage der Telekom kann nur entstehen, wenn eine Planung am Reißbrett ohne Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten durchgeführt wird“, kritisierte Potratz. „Vermutlich hätten die 70 Meter Glasfaserausbau für zwei Häuser den finanziellen Rahmen für den Ausbau der Wachterstraße gesprengt.“ Potratz befürchtete nun, dass sein Anwesen auch dann vergessen würde, wenn zu einem späteren Zeitpunkt der Glasfaserausbau an der Hindenburgstraße erfolge.

Auch eine Anfrage des Tölzer Kurier bei Telekom-Pressesprecher Markus Jodl ergab zunächst keine andere Information. „Es handelt sich hier nicht um einen Planungsfehler. Jedes Ausbaugebiet hat seine Grenzen. Derzeit ist die Adresse Hindenburgstraße 20 nicht dabei“, heißt es in Jodls schriftlicher Stellungnahme. Er stellte aber in Aussicht: „Wir werden prüfen, ob wir auf der Seite der Häuser graben dürfen und ob wir an dieser Stelle vom bestehenden Rohr weg die Straße queren dürfen.“ Die Prüfung dauere voraussichtlich bis Anfang August. „Der Kunde wird dann informiert, falls wir seine Straßenseite anschließen dürfen.“

Doch noch am selben Tag erlebte Potratz eine überraschende Wendung. Ein Mitarbeiter des Bautrupps informierte ihn: Das Haus Hindenburgstraße 20 werde in zwei Monaten angeschlossen. Manchmal geht’s eben doch schneller als gedacht.

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