Großaufgebot der Polizei rückt an

„Waffe steckte provokativ in seinem Hosenbund“: LMU-Studenten berichten über Einsatz im Hörsaal

  • schließen
  • Phillip Plesch
    Phillip Plesch
    schließen

An der Ludwig-Maximilian-Universität in München gab es am Dienstagvormittag einen Großeinsatz der Polizei. Grund war eine mögliche Bedrohungssituation.

Update, 19.14 Uhr: Gegen 10.30 Uhr wählten Studenten der LMU den Polizeinotruf. Was sie schilderten, klang bedrohlich und erinnerte an den Auftakt einer Amok-Tat: Ein Kommilitone trage während einer Mathevorlesung im großen Saal Audimax eine Waffe bei sich, berichten die Studenten. Ein Foto aus dem Hörsaal bestätigt das. „Die Waffe steckte recht provokativ und unübersehbar in seinem Hosenbund“, berichtet Moritz Gunzenhäuser, der in der gleichen Vorlesung saß. Keiner der Studenten habe zu dem Zeitpunkt gewusst, warum der junge Mann die Waffe trug. Und ob sie echt ist. „Meine Freunde und ich fühlten uns im Vorlesungssaal unsicher, wir wussten schließlich nicht, was nun geschehen würde“, berichtet Moritz Gunzenhäuser.

Bewaffneter (18) in LMU: Augenzeugen berichten

Plötzlich gehen die Türen des Saals auf, Zivilpolizisten schreiten herein und nehmen etwas später den Waffenträger fest. Bei ihm handelt es sich um Julian Baumgärtner aus Kronach, Sohn des CSU-Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner (49). Der sagte unserer Zeitung: „Julian ist alt genug und führt sein eigenes Leben. Aber an dem Vorfall gibt es nichts zu beschönigen, ich werde mit ihm darüber reden.“ Bei der Waffe handelt es sich um eine Schreckschusswaffe. „Der 18-Jährige besitzt einen sogenannten kleinen Waffenschein, sodass die Mitführung dieser Schreckschusswaffe prinzipiell erlaubt ist“, heißt es von der Polizei.

Update, 13.55 Uhr: Die Polizei nennt auf Nachfrage weitere Details zu dem Fall. Bei dem Festgenommenen handelt es sich demnach um einen 18-jährigen Studenten. Die Waffe, die der junge Mann in einem Halfter trägt, ist eine Schreckschusswaffe, für die er auch einen sogenannten kleinen Waffenschein hat.

Neue Details: Student wieder auf freiem Fuß

Laut Polizei konnte der Student glaubhaft vermitteln, dass er aufgrund einer abstrakten Angst, die er täglich verspüre, das Bedürfnis habe, sich selbst zu schützen. Demnach gibt es seitens der Polizei keinen weiteren Handlungsbedarf.

Update, 12.28 Uhr: Neuen, bisher von der Polizei unbestätigten Informationen nach handelte es sich bei dem Bewaffneten um einen Studenten in einer Wirtschaftsvorlesung. Nach Angaben aus dem Hörsaal sei Studenten im Auditorium die Waffe aufgefallen, während der Kommilitone im Stehen mit dem Dozenten sprach. Es gibt ein Foto, das die Szene zeigen soll:

Auf dem Bild soll der Kommilitone zu sehen sein, welcher für die anderen Studenten im Hörsaal deutlich sichtbar eine Waffe trägt.

Als die Kommilitonen des Waffenträgers die Schusswaffe entdeckten, riefen sie die Polizei. Fahnder in zivil kamen dann in den Hörsaal und nahmen den Mann dem Vernehmen nach fest.

Erstmeldung, 12.08 Uhr: München - Großeinsatz am Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU): Am Dienstagvormittag vor 11 Uhr waren über zehn Streifen der Münchner Polizei rund um den Geschwister-Scholl-Platz im Einsatz. Nach ersten Meldungen war ein bislang nicht näher beschriebener Täter mit einer Waffe im Universitätsgebäude unterwegs.

Studenten vor der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München.

Um wen es sich dabei handelt, konnte die Polizei bisher noch nicht mitteilen. Ebenfalls unklar ist, um welche Art von Waffe es gehen soll und welche Hintergründe den Unbekannten dazu bewogen haben könnten. Bewegte er sich auf einen Hörsaal zu, war er auf der Suche nach einer bestimmten Person? Alles Fragen, die die Polizei nun klären wird.

(Unser München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an.)

Mutmaßlicher Täter noch in der Uni gefasst

Die gute Nachricht: Vonseiten der Polizei gab es bereits eine erste Entwarnung. Der mutmaßliche Bedroher sei innerhalb der Universität von den Beamten festgenommen worden. Und niemand soll zu Schaden gekommen sein.

Durch den Einsatz kam es rund um die Universität zu Behinderungen im Straßenverkehr. Doch die Lage beruhigt sich zusehends.

Rubriklistenbild: © Imago

Kommentare