VonChristina Jachert-Maierschließen
Neun Varianten zur Verkehrsentlastung von Waakirchen sind im Spiel. Auf der Suche nach der besten hat der Gemeinderat einen Experten beauftragt. In geheimer Sitzung stellte dieser eine erste Analyse vor.
Waakirchen – „Wir wollen das Bestmögliche rausholen für Waakirchen“, sagt Bürgermeister Sepp Hartl (FWG). Um herauszufinden, was das ist, hat der Gemeinderat den Experten Helmuth Ammerl vom Büro Obermeyer mit einer Untersuchung beauftragt. Basis sind die neun Varianten zur Verkehrsentlastung, die das Staatliche Bauamt Rosenheim im Juli öffentlich präsentiert hat. Die billigste, eine einfache Südumfahrung, kostet 7,67 Millionen Euro. Die teuerste, ein Ortstunnel, würde 116 Millionen Euro verschlingen. Den Favoriten zu küren, ist nun Sache der Gemeinde. Wobei klar ist: Entscheidet sich Waakirchen für einen Tunnel, muss der Ort um die Finanzierung kämpfen. Durch den gültigen Bundesverkehrswegeplan ist die gewaltige Summe nicht abgedeckt.
„Aber ein Tunnel ist das Schonendste“, ist Hartl überzeugt. Ein Fazit, das am Ende einer langen Sitzung mit dem Verkehrsexperten Ammerl steht. Hinter verschlossenen Türen ließ sich der Gemeinderat am Dienstagabend von Ammerl die erste Analyse erläutern. Der Fachmann hatte die Wirksamkeit aller neun Varianten der Verkehrsentlastung untersucht. Hartl zufolge wurde dabei vor allem deutlich, wie viel Verkehr sich über Waakirchen zwischen Miesbach und Bad Tölz bewegt. Sorgen macht dem Gemeinderat dabei vor allem Hauserdörfl. Bei manchen Varianten sei zu befürchten, dass der Ortsteil sogar noch stärker belastet werde als dies jetzt der Fall sei, meint Hartl.
Und: Es blieben Fragen offen. Wie wird sich der Ausbau der Holzkirchner Straßen auf Waakirchen auswirken? Interessant ist vor allem der Verkehr auf der B 13 und der B 318 Dies will der Gemeinderat mit einer weiteren Untersuchung klären lassen. „Wir haben Herrn Ammerl den Auftrag dazu erteilt“, erklärt Hartl. Die Ost-West-Achse sei untersucht. Doch für die Nord-Süd-Achse fehlten noch Informationen. Ammerl werde noch eine Verkehrszählung durchführen, die Waakirchen selbst finanziere. Zeit hat der Verkehrsexperte bis zum Ende des Jahres. Im Januar will der Gemeinderat in einer öffentlichen Sitzung die gesamte Analyse präsentieren. „Wir binden die Bürger ein“, verspricht Hartl. Er denke wieder an eine Versammlung im Pfarrheim.
Eigentlich hätte der Gemeinderat sich noch im Oktober öffentlich mit der Bewertung der neun Varianten zur Verkehrsentlastung befassen wollen. Das Staatliche Bauamt Rosenheim hatte um eine Stellungnahme noch in diesem Jahr gebeten. Es gilt, die Weichen für die weitere Planung zu stellen. „Aber wir lassen uns jetzt nicht drängen“, meint Hartl. „Es geht um unsere Zukunft, unsere Nachkommen.“ Die Gemeinde werde nichts übers Knie brechen, sondern sich alle notwendigen Informationen holen.
Doch auch wenn einiges noch offen ist: Dass die Gemeinde einer unterirdischen Lösung viel abgewinnen kann, schimmert deutlich durch. „Es heißt immer, ein Tunnel ist so teuer. Aber man muss auch den Lärm und die Umweltschäden einrechnen, die eine Umgehung verursachen würde“, erklärt Hartl. Er setzt nicht nur auf fachliche Analysen, sondern auf Überzeugungsarbeit: „Wir werden Gespräche mit den Politikern führen. “
