VonIngrid Zeilingerschließen
Zu wenig Wahlhelfer: Das Ergebnis der Stadtratswahl steht noch nicht fest. Ein erster Trend ist erkennbar: Die CSU bleibt wohl stärkste Fraktion, verliert aber wie BBV und SPD. Zulegen können dagegen Grüne und Freie Wähler.
Fürstenfeldbruck –Spät in der Nacht war lediglich ein erster Trend erkennbar. Nach diesem holte die CSU die meisten Stimmen. Die BBV behauptete ihre Position als zweitstärkste Kraft. Auf ein gutes zweistelliges Ergebnis steuern die Grünen zu. „Wir sind gestärkt und können in den nächsten sechs Jahren politisch anders agieren“, sagte Spitzenkandiatin Johanna Mellentin.
Auch die Freien Wähler, die im Wahlkampf noch Zuwachs aus der CSU-Fraktion bekommen haben, sind im landesweiten Aufwärtstrend und könnten zweistellig werden. „Es wäre ein schönes Ergebnis“, so Georg Stockinger. Der SPD droht dagegen ein einstelliges Ergebnis. „Es ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben“, sagte Philipp Heimerl ernüchtert.
Bei der Landratswahl schaffte Thomas Karmasin (CSU) in der Kreisstadt 48,4 Prozent. Ein gutes Ergebnis, bilanzierte Lohde. „Es braucht jemanden, der erfahren ist, Krisen zu bewältigen.“ Karmasin habe sich beim Hochwasser und den Flüchtlingen bewiesen. Jan Halbauer (Grüne) konnte seinen Heimvorteil nutzen und lag mit 26,1 Prozent über seinem Gesamtergebnis von gut 21 Prozent. „Hätte die Große Kreisstadt allein gewählt, hätte es für die Stichwahl gereicht“, scherzte ein gut aufgelegter Halbauer. Dass er in seiner Heimatstadt mehr als ein Viertel der Stimmen einfangen konnte, habe er gehofft. Schon die Europawahl habe gezeigt, dass ein Umdenken in der Gesellschaft in Sachen Klimaschutz geschehe. „Ein Viertel ist schon sehr stark, das freut mich sehr.“
Ein Endergebnis für die Stadtratswahl wird es erst am heutigen Montag geben. Das liegt jedoch nicht nur an der gestiegenen Zahl der Briefwähler. In den vergangenen Tagen haben um die 50 Wahlhelfer abgesagt – auch aufgrund des Coronavirus, berichtet Wahlleiter Christian Kieser. Er sieht aber einen positiven Effekt: „Es sind viele Stadträte kurzfristig eingesprungen, viele haben ihre Partner und Kinder mitgebracht.“ Auch seine Tochter sei eingesprungen. So habe man die Wahl ordnungsgemäß durchführen können. „Es hat uns gefreut, was an Engagement kam“, so Kieser.
Alle Wahlhelfer wurden mit Desinfektionsmitteln und Handschuhen ausgestattet, berichtet Kieser. Aufgrund der Absagenflut wurde bereits am Freitag entschieden, dass am gestrigen Sonntag – bis auf die Landratswahl – nur die Urnenwahllokale ausgezählt würden. Die Briefwahlbezirke sollen am heutigen Montag folgen.
Zu Problemen mit dem Online-Wahl-System kam es in praktisch allen Orten.
