VonAlois Ostlerschließen
Großes Stühlerücken im Kochler Rathaus. Das Ergebnis der Kommunalwahl sorgt für eine Reihe von Veränderungen bei der Zusammensetzung des Gemeinderats. Eine der insgesamt acht Listen geht diesmal gar leer aus.
Kochel am See – Statt der ursprünglich geplanten Einheitsliste traten in Kochel acht Listen zur Gemeinderatswahl an – so viele wie in keiner anderen Kommune. Sieben Listen gab es bereits vor sechs Jahren, jetzt stellen wieder sieben Wahlvorschlagslisten die Gemeinderäte, und zwar deshalb, weil die Bayernpartei am Wiedereinzug scheiterte.
„Mit sieben Listen haben wir die gleiche Ausgangslage wie 2014“, sagt der Kochler Bürgermeister Thomas Holz. Dem Gremium gehören neun neue Mandatsträger und „sieben arrivierte Kräfte“ an, so Holz. Seiner Ansicht nach ist der neue Gemeinderat „eine bunte Mischung aus verschiedenen Personengruppen und deutlich mehr Frauen“. Der Bürgermeister kennt den Großteil des Gremiums persönlich, und: „Wenn alle das halten, was sie in den Wahlveranstaltungen versprochen haben, dann können wir wieder ein so eingeschworenes Team werden, wie das in den vergangenen sechs und sogar zwölf Jahren der Fall war.“
„Mit sieben Listen haben wir die gleiche Ausgangslage wie 2014“
Für Wahlbeobachter gleicht der Kochler Gemeinderat einem „Kessel Buntes“. Neu im Gremium ist die Kochler Mitte (m). Neben Rosemarie Marksteiner, die die Liste ins Leben gerufen hat, zieht auch Sonja Mayer ins Rathaus ein. Die CSU, die bisher sieben Sitze stellte, ist nur noch mit diesen fünf Räten vertreten: Johann Resenberger und Max Leutenbauer sowie die drei Neuen Veronika Atzinger, Mathias Graf und Florian Lantenhammer.
SPD als eindeutige Verlierer der Wahl
Klarer Verlierer der Wahl ist die SPD, die vor sechs Jahren noch drei Gemeinderäte stellte. Zuletzt waren es noch zwei, nachdem Rosemarie Marksteiner die Liste verlassen hatte. Für die Genossen sitzt künftig nur noch der frühere Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel am Rathaustisch.
Mit Thomas Eberl und Jens Müller stellt die Unabhängige Wählergemeinschaft Kochel (UWK) auch im neuen Gremium zwei Gemeinderäte. Auch die Freie Wählergemeinschaft (FW) stellt wieder zwei Gemeinderäte, nämlich die beiden Walchenseer Reinhard Dollrieß und Frank Sommerschuh. Die Junge Liste war zuletzt nur mit Eduard Pfleger im Rathaus vertreten. Nun hat auch Markus Greiner den Einzug geschafft. Ebenfalls ein Mandat mehr als bisher beanspruchen die Freien Bürger Ried. Für sie ziehen als Neulinge Bettina Sindlhauser und Michael Zerluth in den Gemeinderat ein.
CSU büßt zwei Mandate ein
An Thomas Holz dürfte es liegen, in der im Mai beginnenden neuen Wahlperiode alle Interessen unter einen Hut zu bringen. Mit den über 80 Prozent Wählerstimmen im Rücken, die er bei der Bürgermeisterwahl eingefahren hat, bringt er nach eigener Einschätzung „das dafür notwendige Engagement“ mit.
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