Die Alte Apotheke ist ein prägendes Gebäude in Benediktbeuern. Toni Ortlieb lud nun Bürger zum Gespräch und wollte hören, wie sie sich die Zukunft des Hauses vorstellen.
Benediktbeuern – Wie soll es mit der Alten Apotheke in Benediktbeuern weitergehen? Wie könnte das denkmalgeschützte Gebäude künftig genutzt werden? Mit diesen Fragen hat sich der Benediktbeurer Gemeinderat in der Vergangenheit immer wieder beschäftigt. Toni Ortlieb, der bei der bevorstehenden Kommunalwahl für die Benediktbeurer Bürgervereinigung als Bürgermeister kandidiert, stellte diese Frage nun den Bürgern und bat sie zu einer „Ideenwerkstatt“ in die Alte Apotheke.
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Es könne nicht allein die Arbeit der Gemeinderäte sein, über die zukünftige Nutzung des Hauses zu entscheiden, begründete Ortlieb die Veranstaltung. Er wolle mehr Bürgerbeteiligung anstoßen. Immerhin sei die Alte Apotheke „ein zentrales Gebäude in Benediktbeuern, das Attraktivität ausstrahlt“. Diese solle erhalten und nach Möglichkeit ausgebaut werden. „Jenseits der Kosten“, so Ortlieb, sollten die knapp 20 Anwesenden einfach einmal ihre Ideen äußern, auf Zettel schreiben und dann auf die mitgebrachten Tafeln kleben. Die Ideen sprudelten an diesem Vormittag nur so: Man könne einen Co-Working-Space einrichten, lautete eine der Ideen. Oder einen Kulturraum für die katholische Stiftungshochschule, eine Kinderbetreuung oder eine Begegnungsstätte für das Dorf. Jens Plotzki etwa würde die Alte Apotheke gerne in ein Brauhaus umwandeln. „Bene-Bräu“ würde der Benediktbeurer hier dann herstellen.
Veronika Bauer dagegen schwebte „ein kleines Heimatmuseum mit Café“ vor, das Touristen anlocken solle. „Ich finde, es ist eine ganz tolle Lage“, sagte die Benediktbeurerin. Diese Lage sei zu schade für Wohnungen. Derzeit werden die oberen Etagen als Wohnraum genutzt. Und diese bestehenden Wohnungen sollen erhalten bleiben, fand Andreas Buchner, der hier mit seiner Familie lebt. Das Gebäude sei das einzige soziale Wohnungsprojekt im Dorf. Günstigen Wohnraum für junge Familien zu erhalten, sei wichtig.
Viele der Anwesenden sprachen sich für eine Kombi-Lösung aus: Im Erdgeschoss ein Café, ein Museum oder Ähnliches; in den oberen Etagen Wohnraum. „Es ist wichtig, dass das Gebäude dauerhaft bewohnt ist“, sagte Stephan Biebel. Das diene dem Erhalt des Hauses.
Bürgermeisterkandidat Ortlieb sagte, er wolle die vorgebrachten Ideen sammeln und „ernst nehmen“. Sollte er Bürgermeister werden, wolle er sie im Gemeinderat „vorantreiben“. Ortliebs persönliche Idee für die Alte Apotheke: Langfristig könnte er sich in dem gemeindeeigenen Gebäude „eine Kombination aus Museum und Café“ vorstellen. Der „wunderschöne Garten“ sei ideal für ein Café. (fn)
Das sind die weiteren Bürgermeisterkandidaten in Benediktbeuern: Hanns-Frank Seller (CSU) und Rudi Mühlhans (Freie Bürgerliste Miteinander)
