VonAlois Ostlerschließen
Wie wird die Staatsregierung in Sachen Walchenseekraftwerk vorgehen? Das muss sie auf Antrag der Grünen erklären.
Kochel am See/München – Einstimmig hat sich der Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz des bayerischen Landtags am Donnerstag für einen umfassenden Bericht der Staatsregierung zum Walchenseekraftwerk ausgesprochen. Der Berichtsantrag des grünen Abgeordneten Hans Urban aus Eurasburg erhielt von Florian von Brunn (SPD) „vollumfängliche Zustimmung“ und großes Lob. Es sei ein wichtiger Antrag, der „sehr interessante Fragen“ stelle, sagte auch der CSU-Abgeordnete Martin Huber.
Der Eurasburger Landtagsabgeordnete Urban freut sich. „Wir haben mit unserem Antrag offenbar ins Schwarze getroffen. Es scheint sich im Landtag mittlerweile doch jeder bewusst zu sein, wie wichtig die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen und der Umwelt ist, und dass dies auch am Walchenseekraftwerk oberstes Ziel sein muss“, sagt er. Er freue sich sehr, dass sich die Staatsregierung nun umfassend zu ihrem künftigen Vorgehen am Walchensee und an der Oberen Isar äußern muss. „Wir haben damit einen wichtigen Prozess für die kommenden Jahre angeschoben“, so Urban. Der Bericht der Staatsregierung ist für Herbst zu erwarten, heißt es in einer Pressemitteilung des Abgeordneten.
Die Staatsregierung hat bereits bestätigt, dass der Vertrag mit dem jetzigen Kraftwerksbetreiber Uniper rechtzeitig 2020 gekündigt werde, um die Wasserrechte neu zu verhandeln. Urban sieht in der Neuverhandlung die historische Chance, ökologische Verbesserungen an der Oberen Isar und ihren Zuflüssen zu erzielen und gleichzeitig der Energiegewinnung durch Wasserkraft den Rücken zu stärken.
2030 laufen die Wasserrechte des Kraftwerksbetreibers Uniper aus
Wie mehrfach berichtet laufen im Jahr 2030 die Wasserrechte des Kraftwerksbetreibers Uniper aus. Fristgerecht muss der Freistaat dem Unternehmen im Sommer 2020 ankündigen, über die Nutzungsrechte neu verhandeln zu wollen, ansonsten verlängern sich diese automatisch um 25 weitere Jahre. Hans Urban und die grüne Landtagsfraktion sehen darin die Chance für einen Neuanfang am Walchensee und an der Oberen Isar. Urban hofft, dass nun eine breite öffentliche Debatte über die Zukunft des Walchenseekraftwerks folgt. Denn die Isar sei eine der letzten Wildflüsse Deutschlands.
Seit 1924 beziehungsweise 1928 wird ein Großteil des Wassers der Oberen Isar zur Energieerzeugung zum Walchenseekraftwerk abgeleitet. Seit 1990 gesteht Uniper der Isar wieder eine geringe Restwassermenge zu. ao
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