Abschied von zwei Bufdis

Badehaus Waldram: Felicitas Hörl und Nathalie Schauer gestalten Theaterabend

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Engagierten sich an vielen Stellen im Waldramer Badehaus: Felicitas Hörl (li.) und Nathalie Schauer.
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Die Bundesfreiwilligen Felicitas Hörl und Nathalie Schauer haben in ihrer Zeit am Badehaus vollen Einsatz gezeigt. Jetzt gestalteten sie sogar einen Theaterabend.

Waldram – Ob Recherchearbeit im Stadtarchiv, schweißtreibende Renovierungsmaßnahmen im Büro oder das Führen von Zeitzeugeninterviews: Innerhalb eines Jahres haben sich zwei junge Frauen im Waldramer Erinnerungsort nahezu unentbehrlich gemacht. Dass Felicitas Hörl und Nathalie Schauer kürzlich sogar einen ganzen Theaterabend gestalteten, macht den nahenden Abschied für alle ehrenamtlichen engagierten Helfer im Badehaus umso schwerer.

Vor der Aufführung des von Franz Csiky geschriebenen Theaterstücks „Fremd.Sein.Heimat“ ließen die scheidenden Bundesfreiwilligen ihre Erlebnisse noch einmal Revue passieren. „Am schönsten sind die Veranstaltungstage im Badehaus“, erklärte Nathalie Schauer. Die 19-Jährige fragte mit ihrer damaligen Mitschülerin Felicitas Hörl am Geretsried Gymnasium zunächst bei ihrer Lehrerin Eva Greif an, ob die Bundesfreiwilligenstelle im Badehaus noch frei sei.

Sie klopften bei ihrer Lehrerin Eva Greif an

„Beide wusste schon ein halbes Jahr vor dem Abitur genau, was sie wollten“, erinnerte sich Greif in ihrer Laudatio. Die einzige Bedingung der Schülerinnen: Sie kommen nur im Doppelpack. „Nach den Vorstellungsgesprächen war klar, dass wir sie beide haben wollten“, erklärte Greif. Die Lehrerin engagiert sich auch als Mitglied des Vereins „Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald“ und war schnell angetan vom Einsatz der Bundesfreiwilligen. Gerade in der Begleitung von Schülerführungen erwiesen sich die dynamisch zupackende Felicitas Hörl und die ruhige Nathalie Schauer als ideales Gespann.

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Gerlinde Berchtold, Sozial- und Familienreferentin des Wolfratshauser Stadtrats, lernte Hörl schon 2017 auf einem Jugendforum in der Loisachhalle kennen. „Sie kam auf mich zu und schlug mir vor, ein Jugendparlament zu gründen“, berichtete Berchtold. Dass diese Idee bis heute nicht verwirklicht wurde, bremste Hörl nicht. „Was wir wirklich brauchen, ist mehr Wertschätzung für junge Menschen, die sich sozial und politisch engagieren“, wünscht sich Berchtold. Als „Nervennahrung“ für künftige Herausforderungen überreichte sie den beiden Badehaus-Helfern Schokolade.

Im Theaterstück geht es um Flucht und Vertreibung

Danach brachten die Schauspieler Michaela Stögbauer und Kurt Schürzinger sowie der Saxofonist David Jäger die rund 50 Gäste mit der Aufführung eines gleichermaßen humorvollen und nachdenklichen Theaterstücks zum Lachen. Die Geschichte eines Geschwisterpaars, das nach dem Tod der Tante einen Fluchtkoffer mit Aufzeichnungen über die Vertreibung der Familie aus dem Böhmerwald erbt, passte gut zu den Exponaten im Badehaus.

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Noch entspannter gestaltete sich das abschließende Beisammensein am Kolpingplatz, bei dem Hörl und Schauer noch weitere Anekdoten zum Besten gaben. Nun sucht der Badehaus-Verein händeringend nach Ersatz für die beiden Bundesfreiwilligen, die im Herbst ihren Dienst beenden. Bewerbungen sind per E-Mail an info@erinnerungsort-badehaus.de möglich.

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