Festakt

Walk of Fame-Auszeichnung für Badehaus-Verein: Stoiber würdigt Ehrenamtliche

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Festakt vor der Loisachhalle: Dr. Sybille Krafft (li.) nahm die Auszeichnung auf dem „Walk of Fame“ für den Badehaus-Verein entgegen. Zu den Gratulanten zählten Dr. Edmund Stoiber (2.v.r.) und Ehefrau Karin (2.v.l) sowie Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Mitte).
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Der Verein „Bürger fürs Badehaus“ wurde mit einer Plakette auf dem „Walk of Fame“ in Wolfratshausen geehrt. Der Erinnerungsort hat eine bewegte Geschichte.

Wolfratshausen – Seit 2013 vergibt der Verein „Lebendige Altstadt Wolfratshausen“ (LAW) in Zusammenarbeit mit der Stadt eine Plakette, die auf dem „Walk of Fame“ vor der Loisachhalle installiert wird. Am Samstagvormittag gratulierten der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber und Bürgermeister Klaus Heilinglechner dem Verein „Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald“ zu dieser Auszeichnung.

Walk of Fame-Auszeichnung für Badehaus-Verein: Stoiber würdigt Ehrenamtliche

Der in Waldram aufgewachsene Musikkabarettist Josef Brustmann eröffnete den Festakt mit Liedern und Erzählungen aus seiner Kindheit. Da ihm vor drei Jahren selbst eine Gedenktafel auf dem „Walk of Fame“ gewidmet wurde, bot sich eine Überleitung zur Vorsitzenden des Badehaus-Vereins, Dr. Sybille Krafft, an. „Es freut mich, jetzt für ewige Zeit neben Sybille zu liegen“, erklärte Brustmann.

Die Plakette des Badehaus-Vereins

Nach einer auf der Zither gespielten Beatles-Coverversion „Across the Universe“ ergriff zunächst Hans-Werner Kuhlmann das Wort. Der ehemalige LAW-Vorsitzende realisierte einst die Idee einer Wolfratshauser Variante der berühmten Hollywood-Flaniermeile und begrüßte mit Katharina Lüthi auch die erste Preisträgerin. Die Schweizerin hatte in Wolfratshausen die längste Filzschnur der Welt angefertigt und damit für die Stadt etwas Außergewöhnliches geleistet.

„Badehaus ist ein Ort, der die persönliche Wahrnehmung beeinfluss“: Bürgermeister Heilinglechner zollt Waldramer Museum Respekt

Dieses Kriterium erfüllt nach Ansicht von Bürgermeister Klaus Heilinglechner auch der Badehaus-Verein. „Das Badehaus ist ein Ort, der die persönliche Wahrnehmung beeinflusst“, stellte der Rathauschef fest. Er räumte auch ein, dass er dem Projekt eines Begegnungs- und Dokumentationszentrums am Kolpingplatz zunächst etwas reserviert gegenübergestanden war. Nach mehreren Besuchen sei Heilinglechner jedoch zu der Erkenntnis gekommen, dass der Verein „etwas sehr Wertvolles für die Stadt geschaffen hat“. Deshalb regte er eine Kooperation mit dem demnächst eröffnenden „Museum Wolfratshausen“ an. Dieses wird aktuell umgebaut.

Edmund Stoiber lobt Dr. Sybille Krafft: „Kraftfeld für den Erinnerungsort“

Dr. Edmund Stoiber, dessen Name ebenfalls auf einem Messingschild vor der Loisachhalle steht, würdigte in seiner anschließenden Laudatio zunächst die Badehaus-Vorsitzende. „Das Kraftfeld für den Erinnerungsort ist die hoch angesehene promovierte Historikerin Frau Dr. Krafft.“ Im Zeitraffer erinnerte Stoiber an die Geschichte des ehemaligen Lager Föhrenwald, in dem während der Zeit des Nationalsozialismus Zwangsarbeiter und nach dem Zweiten Weltkrieg jüdische Flüchtlinge – so genannte DPs (Displaced Persons) – lebten. Bei seinen drei Besuchen erlebte er, wie in dem Museum diese Geschichte anschaulich vermittelt wird. Dafür gab es mittlerweile bundesweit Anerkennung und Preise. „Die Erinnerungskultur strahlt von Wolfratshausen weit hinaus ins Land“, betonte der CSU-Politiker.

Walk of Fame-Auszeichnung für Badehaus-Verein - Über 550 Mitglieder engagiert

Die Vorsitzende Dr. Sybille Krafft bedankte sich abschließend beim Ex-Ministerpräsidenten dafür, dass er beim bayerischen Kultusministerium ein gutes Wort für das Badehaus eingelegt und damit den Grundstein für dringend benötigte Fördermittel gelegt hat. Die „Walk of Fame“-Auszeichnung nahm sie stellvertretend für die mittlerweile 556 Vereinsmitglieder und das etwa 30-köpfige aktive Team entgegen. Angesichts von rund 550 durchgeführten Führungen in drei Sprachen und über 10 000 Besuchern sei das Engagement längst kein „Privatvergnügen“ mehr. Der Verein engagiert sich seit zehn Jahren für die Erinnerungskultur in Wolfratshausen. Den runden Geburtstag feierten die Badehaus-Mitglieder am gestrigen Sonntagabend deshalb umso ausgiebiger mit musikalischen, historischen und persönlichen Beiträgen im Erinnerungsort am Kolpingplatz.

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