Wartenberger SPD setzt auf Michael Gruber

„Der ideale Bürgermeisterkandidat“

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Abgemacht: Michael Gruber (2. v. l.) tritt für die SPD an. Michael Paulini, Peter Kroschwald, August Groh und Mattias Kehm (v. l.) sehen in ihm die ideale Wahl.
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Während sich die SPD auf Bundesebene in Schockstarre befindet, tritt ihr Wartenberger Ortsverband aufs Gaspedal.

Wartenberg – Als erste Partei im Markt hat sie am Dienstagabend im Hotel Reiter Michael Gruber als ihren Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahlen am 15. März 2020 präsentiert. „Wir möchten den Vorreiter machen“, meinte SPD-Ortsvorsitzender Peter Kroschwald im Hinblick auf die zumindest öffentlich noch zögernden weiteren Parteien.

Gruber sieht keinen Grund, mit seiner Kandidatur noch hinter dem Berg zu halten. „Die Wartenberger Bürger sollen wissen, dass ich es ernst meine, und sie sollen die lange Zeit nutzen können, mit mir ins Gespräch zu kommen. Ich sehe die fantastische und realistische Möglichkeit, mein ehrenamtliches Hobby zum Beruf zu machen.“ Für Marktrat und Verwaltung werde er einen „kooperativen Teamspirit“ umsetzen, „um bestmögliche Ergebnisse für unser Wartenberg zu erzielen“.

Besonders wichtig ist Gruber Transparenz. Möglichst viel müsse in der öffentlichen Sitzung besprochen werden. Er habe schon öfter durch seine Anfragen nichtöffentliche Themen in die öffentliche Sitzung vorgezogen. Als Beispiel nannte sein Marktratmitstreiter August Groh die recht teuren Tarife an der E-Ladesäule am Marktplatz, die Gruber mehrmals im Gremium öffentlich kritisierte. „Michael Gruber ist ein beharrlicher Kämpfer für Themen, die er sich auf die Fahnen geschrieben hat“, sagte Groh. Dafür sei Gruber im Marktrat auch belächelt worden.

„Er ist transparent, er beschönigt nichts“, lobte ihn Fraktionschef Michael Paulini. Gruber stehe für Vertrauen und Respekt gegenüber anderen Kulturen – er verbrachte elf Jahre in Kanada und den USA, bereiste Länder wie Costa Rica, Guatemala sowie Mexiko. „Er tritt mutig für Veränderungen ein, hat Führungsqualitäten, Integrationskompetenz. Er kann Mitarbeiter motivieren“, so Paulini über den 57-jährigen Pesenlerner, der seit mehreren Jahren in München Logistikverantwortlicher und Betriebsleiter eines Unternehmens mit 700 Mitarbeitern ist. „Personalverantwortung und Budgettreue sind ein absolutes Muss in meinem Job. Und das ist genau das, was ich den Wählern der Marktgemeinde als professionelles Angebot mitbringe“, sagte Gruber. „Wenn ich nicht bereit dazu wäre, würde ich nicht kandidieren“, meinte er dazu, dass er sich im Falle seiner Wahl beruflich umorientieren müsste.

Doch wie realistisch sind die Chancen der SPD angesichts der Übermacht von Freien Wählern und CSU? Gruber gibt sich optimistisch. 50 Prozent plus eine Stimme – „die Zahl ist schon mal gesetzt“, sagte er schmunzelnd und meinte: „Die Zeit der absoluten Mehrheit ist sowieso vorbei.“ Es gebe viele SPD-Bürgermeister, die in ihren Räten keine Mehrheit hätten.

Der stellvertretende Fraktionschef der Kreistags-SPD ist für deutliche Worte bekannt, etwa bei seinen beiden Landratskandidaturen 2008 und 2014 gegenüber dem späteren Sieger Martin Bayerstorfer (CSU). Am Dienstag holte er aber noch nicht die Keule raus. „Heute ist die Vorstellung der Person, ab jetzt startet die Programmatik“, sagte Paulini, der bereits ein paar Steckenpferde Grubers auflistete: günstiger Wohnraum, Hilfe für sozial Schwache, Kindergartenbetreuung, ausgeglichene Ökobilanz, Barrierefreiheit und ein Masterplan für die Entwicklung Wartenbergs mit seinen Ortsteilen. Gruber sei für die SPD „der ideale Kandidat“, so Paulini.

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