VonDoris Schmidschließen
Es war schon auffallend: Während in den regnerischen Tagen Isar und Loisach anschwollen, blieb der Wasserstand im Loisach-Isar-Kanal erstaunlich niedrig. Das hatte einen bestimmten Grund.
Geretsried – Ziemlich hoch waren die Pegelstände von Isar und Loisach aufgrund des Dauerregens der vergangenen Tage. Sogar im Schwaigwaller Bach, der meistens trocken ist, floss ordentlich Wasser. Anders schaut es im Loisach-Isar-Kanal bei Gelting aus. Dort fließt vergleichsweise wenig Wasser. Und das hat einen Grund.
Der Loisach-Isar-Kanal sorgt für einen zusätzlichen Abfluss in die Isar, um das flache Loisachtal und die Stadt Wolfratshausen vor Überschwemmungen durch das Wasser aus dem Walchenseekraftwerk zu schützen. Er wurde vor fast 100 Jahren gebaut, teilt Theodoros Reumschüssel auf Nachfrage unsere Zeitung mit. Das Bauwerk sei mittlerweile „in die Jahre gekommen“, es gebe Sickerwasseraustritte und der Kanal müsse saniert werden, ergänzt der Pressesprecher der zuständigen Uniper-Wasserkraft.
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Deshalb sei im November 2018 in Abstimmung mit dem Landratsamt und dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim die Wasserführung von maximal 40 auf fünf Kubikmeter pro Sekunde reduziert worden. Reumschüssel: „Diese niedrige Wasserführung ermöglichte gezielte Untersuchungen des Kanals und damit eine bessere Vorbereitung der Baumaßnahmen.“ Für 2020 sei eine Generalsanierung in den Bereichen vorgesehen, in denen der Kanal in Dammlage verläuft. Voraussichtlich im Frühsommer dieses Jahres seien „Sofortmaßnahmen“ geplant, die dann wieder eine normale Wasserzufuhr von bis zu 40 Kubikmeter pro Sekunde zulassen würden.
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Die Reduzierung der Wasserführung auf maximal fünf Kubikmeter pro Sekunde sei „höchst vorsorglich“ erfolgt, versichert der Uniper-Pressesprecher. Um negative Auswirkungen auf die Anwohner an der Loisach auszuschließen, sei bereits im Vorfeld mit den zuständigen Behörden vereinbart worden, bei Meldestufe 1 das Walchenseekraftwerk abzustellen, um damit zusätzliches Wasser aus dem Betrieb des Kraftwerks aus dem Einzugsgebiet der Loisach fernzuhalten. Das sei im aktuellen Fall so umgesetzt worden. „Die Wasserführung der Loisach entspricht daher derzeit dem natürlichen Zustand.“
