Bürgerbeteiligung auch für den Nachwuchs

Was sich junge Wolfratshauer für ihre Stadt wünschen

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Zu Papier gebracht haben Schüler aus Wolfratshausen ihre Ideen für ihre Heimatstadt. In der Loisachhalle präsentierten die Mädchen und Buben ihre Plakate den Vertretern der Stadt.

Klettergarten, Trampolinhalle, ein Spaßbad: Was sich junge Wolfratshauser für ihre Stadt wünschen, konnten sie bei zweiten Jugendforum zur Sprache bringen.

Wolfratshausen – Freizeitgestaltung, Schulbusse, Modernisierung und sogar der Verkehr: Die Themen, die beim zweiten Wolfratshauser Jugendforum präsentiert wurden, waren bunt gemischt. 90 Jugendliche nutzten dieses städtische Angebot der Bürgerbeteiligung am Mittwoch und erarbeiteten in Gruppen Vorschläge für die Stadtpolitik. Die Lokalpolitiker versprachen, einige der Ideen aufzunehmen.

Die Wolfratshauser Jugendlichen sind vielseitig begeistert. Das zeigte ein Blick auf die teilweise aufwendig gestalteten Plakate, die in der Loisachhalle ausgestellt wurden. Am Vormittag entwickelten die 90 Schüler aller Wolfratshauser Schulen sowie der Gymnasien Icking und Geretsried Ideen und fassten ihre Vorschläge zusammen. Mittags stellten sie die Ergebnisse einigen Stadträten, Rathaus- und Landratsamtsmitarbeitern vor.

Immer wieder fanden sich sportliche Wünsche auf den Plakatwänden: Ein Klettergarten im Bergwald, eine Trampolinhalle, eine Beleuchtung für den Waldramer Skatepark, ein Spaßbad an der Loisach oder ein Minigolf-Platz waren Wünsche, die die Jugendlichen vorgestellt hatten.

„Einer der Stadträte hat uns sogar einen Tipp gegeben, wo man einen solchen Platz vielleicht anlegen könnte“, berichtete Silas, der am Minigolf-Projekt mitgearbeitet hat. Neben dem Skateplatz in Waldram könnte sich nach Meinung seiner sechs Mitstreiter ein solches Angebot realisieren lassen. Bürgervereinigungs-Stadtrat Josef Praller tauschte sich mit einer Gruppe Jugendlicher aus, die sich eine Beleuchtung für den Skatepark wünschen. „Das können wir bestimmt auf dem kurzen Dienstweg machen“, meinte Praller.

Allerdings forcierten die Heranwachsenden auch Ideen, die nicht in der Macht der Stadtpolitik liegen. „Ein neuer Club für Wolfratshausen“, stand auf einem der Plakate. „Seit der Turm geschlossen hat, gibt es keine Disco mehr in der Stadt oder der Umgebung“, erklärte die 16-jährige Laura.

Die Gymnasiastin und ihre Ickinger Mitschüler würden gerne Schul-Partys in der Loisachstadt veranstalten. „Weil das nicht geht, müssen wir aber bis nach Solln ausweichen, wenn wir etwas ausrichten wollen.“ Zwar könne die Kommunalpolitik bei dem Wunsch nicht helfen, „aber es ist trotzdem gut, wenn die Stadträte sehen, dass das ein großer Wunsch von uns ist“.

Nicht alle Wünsche kann die Politik erfüllen

Ein Thema, an dem der Stadtrat bereits seit Langem arbeitet, treibt auch die Wolfratshauser Jugendlichen um: die Gestaltung der Innenstadt. Konkret wünschen sich die Mädchen und Buben einen Jugendtreff in der Altstadt, eine „Verschönerung des Obermarkts“ und eine Renovierung des Bahnhofs. „Wir wollen das, weil dann nicht jeder nach München fahren muss, wenn er einkaufen will und wir unsere Stadt nutzen können“, erklärte einer der Beteiligten dem Stadtmanager Dr. Stefan Werner.

Der wiederum sagte den Jugendlichen, dass diese Punkte auch einigen Stadträten auf den Nägeln brennen. „Wir wollen die Bürger an diesem Prozess beteiligen“, so Werner. Er hoffe, dass auch einige der jungen Interessierten, die am Forum teilnahmen, ihre Anliegen einbringen.

Grünen-Sprecher Dr. Hans Schmidt ermutigte die Schüler: „Bleibt an euren Themen dran und steigt uns auch mal auf die Füße, wenn euch ein Anliegen wichtig ist.“ Rathauschef Klaus Heilinglechner lobte das Engagement. „Es gibt zu allen Punkten unterschiedliche Meinungen, aber ich nehme eure Ideen gerne mit.“ Dass sich fast 100 junge Wolfratshauser an politischen Entscheidungen beteiligen wollen, „freut mich sehr“. Für ihn seien alle Ideen „unterstützenswert, auch wenn es bei manchen schwierig wird, sie umzusetzen“. Dass die Projekte des Jugendforums nicht im Sande verlaufen sollen, betonte SPD-Stadtrat Manfred Menke. „Wir haben auch vom letzten Jugendforum viele Themen angepackt und nehmen wieder Denkanstöße mit.“ Dominik Stallein 

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