Tanne wird jetzt zu Brettern verarbeitet

Wegen Coronavirus: Maibaumaufstellen in Hundham fällt aus

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Freuen sich schon auf 2021: (v.l.) Michael Gartmaier, Burschenvertreter Martin Eppensteiner und Baumstifter Josef Ettenhuber. Ettenhuber meinte launig: „Des hätt i ma a ned denkt das i amoi glei zwoa Maibaum stift.“
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Geliefert war sie schon, die mächtige Tanne für den Hundhamer Maibaum. Doch wegen des Coronavirus entfällt heuer in Hundham das traditionelle Aufstellen.

Hundham – Geliefert war sie schon, die mächtige Tanne für den Hundhamer Maibaum. Doch der traditionelle Anstrich in Weiß-Blau wurde ihr verwehrt. Wegen des Coronavirus entfällt heuer in Hundham das traditionelle Aufstellen, berichtet Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner. Die Burschen um Cheforganisator und Gemeinderat Michael Gartmaier hätten sich aus freien Stücken zur Absage entschieden, betont Lechner. Als „vorbildlich und sehr vernünftig“ lobt er die Entscheidung. „Die Maibaumtradition passt einfach nicht in die Zeit, die wir gerade erleben.“

Fünf Maibäume stehen in der Gemeinde Fischbachau. Um den Aufwand in Grenzen zu halten, habe man die Aufstelltermine einst harmonisiert, erklärt Lechner. Heißt: Jeder Ortsteil ist alle fünf Jahre dran. Heuer wäre eben Hundham an der Reihe gewesen. Und es war bereits alles angerichtet. Der in Hundham wohnhafte Wirt der Speckalm am Sudelfeld, Josef Ettenhuber, habe eine prächtige Tanne gespendet. Doch wegen der Einschränkungen in der Corona-Krise wäre vieles erschwert bis unmöglich gewesen: vom Bewachen über das Herrichten bis zum Aufstellen des Baums. „Da wären mehrere Hundert Leute auf einem Fleck zusammengekommen“, erklärt Lechner.

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Leicht gefallen ist den Hundhamern die Absage nicht, gesteht Gartmaier. „Wir haben lang drauf hingefiebert. Da ist jetzt schon Herzschmerz mit dabei.“ Nachdem der alte Baum 2018 wegen Holzstichs weichen musste, ist die Ortsmitte verwaist. Im kommenden Jahr stehen die Hundhamer aber wieder bereit, kündigt Gartmaier an. Dass es da dann zu einer Terminkollision mit den Auerberglern kommt, die 2021 ihren Maibaum in Hocheck aufstellen wollen, ist laut Gartmaier kein Problem. Man bespreche gemeinsam, wie sich das Problem lösen lässt. „Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen“, sagt Gartmaier.

Die Halterungen für den Maibaum in Hundham bleiben ungenutzt. Das traditionelle Aufstellen ist für heuer wegen der Corona-Krise abgesagt.

Unkosten entstehen den Hundhamern durch den Aufschub nicht, versichert der Bürgermeister. Die Gemeinde würde die bereits zugesagten 300 Euro für die Verpflegung der Maibaummannschaft und die Fertigung der Schwaiberl trotzdem zahlen.

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Und der Speckalmwirt habe angekündigt, auch 2021 nochmals einen Baum springen zu lassen, berichtet Gartmaier. „Wir haben schon einen ausgeschaut.“ Aktuell steht das Objekt der Begierde noch in voller Pracht und tief verwurzelt in einem Waldstück unterhalb der Aiplspitz bei Aurach. Der eigentlich für heuer vorgesehene Stamm bleibt übrigens nicht ungenutzt, betont Gartmaier. Er wird bereits zu Brettern verarbeitet. „Vielleicht bauen wir eine Hütte draus.“ Es wäre ein Denkmal für eine außergewöhnliche Zeit.

sg

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