Am Wochenende

Wegen Sturm ausgefallen: Doch der Ersatz-Christkindlmarkt im Benediktbeurer Kloster war wunderschön

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Ruhe nach dem Sturm: Nach der wetterbedingten Absage des Benediktbeurer Christkindlmarkts nutzen am Wochenende einige Vereine die Gelegenheit, ihre weihnachtliche Ware in kleinerem Rahmen im Kloster anzubieten.

Wegen Sturm musste der altbayerische Christkindlmarkt in Benediktbeuern abgesagt werden. Trotzdem versöhnte der Ersatz-Markt am Wochenende die Marktteilnehmer mit dem Ausfall.

Benediktbeuern – Das ganze Jahr über arbeiteten die Mitglieder des Frauenbunds Benediktbeuern an ihren Waren: Marmeladen wurden eingekocht, Janker und Handschuhe gestrickt, Plätzchen, Stollen und Brot gebacken sowie Christbaumschmuck gebastelt. „Wir sind jedes Jahr mit drei Ständen beim Christkindlmarkt vertreten“, sagte Roswitha Rauchenberger. Bei dem zweitägigen Ersatzmarkt, der nun im Kreuzgang des Klosters stattfand, versuchten sie und Hannelore Schmid, an einem rund drei Meter langen Tisch, zumindest einen Teil der Ware zu verkaufen, denn: „Der Christkindlmarkt ist für uns eine wichtige Einnahmequelle“, so Vorstandsmitglied Margarete Steffens. Viele tausend Euro habe ihr Verein im vergangenen Jahr eingenommen. Steffens war froh, dass das Kloster den Kreuzgang für den Ersatzmarkt zur Verfügung gestellt hatte.

Mit tausenden Besuchern, wie sie alle Jahre wieder zum altbayerischen Christkindlmarkt in die Benediktbeurer Dorfstraße strömen, rechnete Steffens zwar nicht. Unter anderem, weil die vielen überregionalen Besucher wegfallen würden – etwa aus München. Vielleicht, so hoffte Steffens, könne aber die Hälfte des normalen Erlöses erzielt werden. Rauchenberger zeigte sich am Samstag optimistisch. „Es läuft sehr gut.“

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Auch Margret Marx vom Bichler Frauenbund war zufrieden. „Es ist eine schöne Möglichkeit, unseren Verlust ein wenig auszugleichen. Wir verkaufen sehr gut“, sagte Marx und wies auf den langen Tisch, der mit Handgestricktem, mit Likören, Salben und Latschensträußen beladen war.

Bernhard Dehm hatte sich für den Kauf eines handgemachten Filzkissens entschieden. Natürlich sei der Markt im Kreuzgang mit der Atmosphäre des altbayerischen Marktes unter freiem Himmel nicht zu vergleichen. „Aber ich finde es gut, dass das Kloster diese Möglichkeit geboten hat“, lobte der Benediktbeurer. Marx stimmt zu: „Im Freien ist schon was anderes. Aber der Kreuzgang ist auch eine schöne Kulisse.“

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Sechs Stände waren am Samstag im vorderen Seitenflügel aufgebaut. Platz wäre theoretisch für mehr gewesen. Unter den Verkaufenden war auch Gertrud Freisl aus Schlehdorf. Die Nebenerwerbslandwirtin bietet jedes Jahr beim Christkindlmarkt Eierlikör, Honig und Nudeln an – alles in wochenlanger Arbeit selbst hergestellt. Vor allem die vielen Liter Likör wollte sie im Kreuzgang unbedingt verkaufen, denn: „Der wird sonst schlecht.“

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Der Markterlös sei für ihren Familienbetrieb jedes Jahr eine wichtige Einnahmequelle. Ausgleichen könne diesen Ausfall der Ersatzmarkt keinesfalls. Aber immerhin ein bisschen „abfedern“. „Wir sind sehr froh, um diese Gelegenheit.“  

fn

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