„Weil alles billiger wird“: Iffeldorf fährt erfolgreiche Solarförderung zurück - Ab 2025 kein Geld mehr für Balkonkraftwerke

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Neue Photovoltaikanlagen: In Iffeldorf werden viele Förderanträge eingereicht.
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Die Gemeinde Iffeldorf fährt ihre seit drei Jahren bestehende Solarförderung zurück. Ab 2025 sollen Balkonkraftwerke nicht mehr bezuschusst werden. Der Grund: Diese Anlagen werden immer günstiger. Leicht gekürzt wird zudem bei der Förderung von Photovoltaikanlagen fürs Dach und bei Hausspeichern.

Äußerst erfolgreich ist die Gemeinde Iffeldorf mit ihrer im Sommer 2021 eingeführten Solarförderung, die sie im Januar 2023 um Balkonkraftwerke ergänzte. Für dieses Jahr hat sie im Haushalt einen Topf mit 40.000 Euro gefüllt. Zur Mitte des Jahres wurden ihr zufolge bereits knapp 36.000 Euro ausbezahlt. Bürgermeister Hans Lang (SPD) rechnet damit, dass man heuer insgesamt „bei 50.000 bis 60.000 Euro, vielleicht sogar 70.000 Euro Förderung“ liegen werde. Obwohl der Fördertopf für dieses Jahr eigentlich fast leer ist, soll die Förderung weiter laufen. Im Jahr 2023 waren knapp über 40 000 Euro ausbezahlt worden, obwohl nur 20.000 Euro reserviert waren. „Ein Erfolg“, so der Bürgermeister. Man leiste damit einen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz am Ort.

Förderung läuft weiter, aber auf niedrigem Niveau

Für nächstes Jahr hat der Iffeldorfer Gemeinderat jedoch Einschränkungen beschlossen. „Weil alles billiger wird“, erklärte Bürgermeister Lang mit Blick auf die Photovoltaikanlagen, vor allem die Balkonkraftwerke. Die Empfehlung kam vom Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr. Die Förderung laufe weiter, aber auf etwas niedrigerem Niveau, erklärte er.

Demnach gibt es drei Veränderungen. Für Balkonkraftwerke (“Stecker-PV-Anlagen“) wird die Förderung komplett eingestellt. Bei Photovoltaikanlagen für das Dach wird künftig nicht mehr bis zu einer Leistung von 15 Kilowattpeak, sondern nur noch bis maximal zehn Kilowattpeak bezuschusst. Der Betrag pro Kilowattpeak bleibt bei 100 Euro. Die maximale Zuschusshöhe sinkt damit von 1500 auf 1000 Euro.

Veränderung bei Dach-Anlagen und Hausspeichern

Die dritte Neuerung betrifft die Hausspeicher, die bisher mit 50 Euro pro installierter Kilowattstunde bis maximal 15 Kilowattstunden gefördert werden. Künftig soll es den Betrag nur noch bis maximal fünf Kilowattstunden geben. Der Höchstsatz sinkt somit von 750 auf 250 Euro. Lang erklärte dazu, dass ohnehin kontrovers diskutiert werde, ob solche Speicher Sinn oder nicht Sinn machen angesichts der Frage, wann Autos durch „bidirektionales Laden“ (Laden in zwei Richtungen) die Hausspeicher ablösen. Dabei geht es darum, dass E-Autos zu Stromspeichern werden, die überschüssige Energie ins Netz zurückgeben, um so die Energieversorgung zu stabilisieren. Dies, so Lang, habe dazu geführt, dass man Hausspeicher zwar weiterhin fördere, aber nur noch bis fünf Kilowattstunden.

Neue Regelung gilt ab Januar 2025

Die Höchstförderung, wenn man alles ausreizt, beträgt damit künftig 1250 statt 2250 Euro. Der Bürgermeister betonte, dass die neuen Fördersätze erst ab 1. Januar 2025 gelten. Man wolle sich gegenüber den Iffeldorfern und Iffeldorferinnen fair verhalten, die dieses Jahr noch die alte Förderung in Anspruch nehmen wollen.

Es sei „gut und richtig“, so ein Modell einmal zu überarbeiten, sagte Martina Ott (SPD). Wichtig sei, dass eine gewisse Gerechtigkeit vorhanden ist. Andreas Ludewig (UWÖ) bezeichnete die neue Regelung als „sehr gute Lösung“. Zu den Preisen von Balkonkraftwerken sagte er, man müsse nur mal auf Ebay schauen.

Einstimmiger Beschluss zu neuen Förderrichtlinien

Julia Necker (SPD) sprach von einem weiterhin „tollen Angebot“ für die Bevölkerung. Auf eine Frage von Tobias Färber (PWG) sagte Lang, dass Anträge, die bis 31. Dezember vollständig, mit allen Unterlagen, gestellt werden, nach der alten Regel bezuschusst werden, auch wenn die Anlage erst im Jahr darauf in Betrieb geht. Der Beschluss zu den neuen „Förderrichtlinien zum Nachhaltigkeitszuschuss“ fiel einstimmig.

Zahl der Anlagen innerhalb eines Jahres deutlich gewachsen

Seit der Einführung der Solarförderung im Sommer 2021 hat die Gemeinde – laut Bilanzen aus den vergangenen Jahren – allein bis Ende 2023 Zuschüsse in Höhe von rund 70.000 Euro gezahlt. Es wurde in dem Zeitraum die Installation von circa 90 Photovoltaikanlagen beziehungsweise Hausspeichern gefördert, wodurch in der Stadt rund 520 Kilowattpeak Photovoltaik-Leistung und etwa 315 Kilowattstunden Speicherkapazität entstanden sind.

Ein Blick in den Energiemonitor des Bayernwerks bestätigt den Photovoltaik-Zuwachs in Iffeldorf. Waren es im Februar 2023 noch 203 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1876 Kilowattpeak, sind es jetzt 290 Anlagen mit 2895 Kilowattpeak. In den vergangenen zwölf Monaten deckte Iffeldorf circa 23 Prozent seines Stromverbrauchs mit Solarkraft.

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