Weilheim

Wer künftig Sternsinger-Besuch will, muss sich jetzt melden

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Eine Sternsingergruppe bei 30 Grad auf dem sommerlichen Marienplatz, alle mit Eis in der Hand: Ein ungewöhnliches Bild bot sich dieser Tage in Weilheim. Hintergrund ist die Neuordnung der Sternsinger-Aktion im Stadtgebiet.
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Es ist die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder: das Sternsingen. Jeden Januar bringen auch in Weilheim junge Leute Segen in die Häuser – und bitten um Spenden für Not leidende Kinder. Doch jetzt sind Weilheimer Sternsinger mitten im Sommer aktiv – aus einem speziellen Grund.

Weilheim – Eine Gruppe Sternsinger auf dem Weilheimer Marienplatz – Ende Juni, bei 30 Grad im Schatten? Und alle mit Eiscreme in der Hand? Mancher Passant mag in der Fußgängerzone dieser Tage verwundert seine Augen gerieben haben. Doch der kurze sommerliche „Auftritt“ von acht jungen Sternsingern für ein Pressefoto hatte einen guten Grund: Die weiterhin nach den Weihnachtstagen stattfindende Sternsinger-Aktion wird im Stadtgebiet von Weilheim dieses Jahr neu geordnet – und das macht derzeit Vorarbeit mitten im Sommer nötig.

Jeder Haushalt muss sich neu anmelden

Bisher war es so: In der Pfarrei Mariae Himmelfahrt erhielt Besuch von den Sternsingern, wer sich dafür angemeldet hat. In der Pfarrei St. Pölten hingegen wurden alle Haushalte von den Sternsingern besucht. Da künftig nicht mehr sämtliche Häuser besucht werden können, stellen die Organisatoren ab sofort für das gesamte Stadtgebiet Weilheim auf ein Anmeldesystem um. Das bedeutet: Jeder Weilheimer Haushalt muss sich neu anmelden. Die bisherigen Listen werden gelöscht.

Alle Haushalte in Weilheim bekommen Info-Flyer

Wer einen Sternsingerbesuch wünscht, muss sich baldmöglichst mit Namen, Straße und Hausnummer dafür anmelden. Möglich ist das auf folgenden Wegen: über die Homepage www.pfarreien-weilheim.de/sternsingeraktion-2024, per E-Mail an sternsinger@pg-weilheim.de, im Pfarrbüro unter Telefon 0881/924 533 411 oder per Einwurf eines entsprechenden Zettels in eine der Sternsinger-Boxen, die in den Kirchen St. Pölten und Mariä Himmelfahrt aufgestellt sind. Nicht melden müssen sich die Unterhausener, Deutenhausener und Marnbacher: In deren Pfarreien läuft die Sternsinger-Aktion weiter wie bisher.

Im Gebiet von Mariä Himmelfahrt und St. Pölten, also in der Stadt Weilheim selbst, bekommen nächste Woche sämtliche Haushalte in ihren Briefkasten einen Info-Flyer gesteckt, der über die Änderung aufklärt. Darin bitten die Ehrenamtlichen auch um Verständnis, dass der Sternsingerbesuch nicht fest zugesagt werden kann: „Das hängt davon ab, wie viele Kinder und Jugendliche bereit sind, einen Teil ihrer Weihnachtsferien in die Sternsingeraktion einzubringen.“

Heuer 30.000 Euro Spenden gesammelt

Die vielen Aktiven, die Jahr für Jahr um Dreikönig Segen in die Häuser bringen, leisten in mehrerlei Hinsicht einen wertvollen Dienst, sagt Stadtpfarrer Engelbert Birkle. So haben die Weilheimer Sternsinger 2023 über 30 000 Euro an Spenden gesammelt. Mit dem Geld, das deutschlandweit zusammenkommt, unterstützt die „Aktion Dreikönigssingen“ jährlich mehr als 1400 Projekte für Kinder in Not – in über 100 Ländern weltweit.

Aber es gehe nicht nur ums Geld, betont Birkle, „sondern auch um das, was da an der Haustür geschieht“. Das Sternsingen sei die einzige Aktion, wo Kirche im großen Stil „ganz konkret an der Haustüre wird“: mit Liedern, dem Segenswunsch und dem berühmten „C+M+B“, das mit der Jahreszahl an die Türrahmen geschrieben oder aufgeklebt wird. Letzteres steht für die lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“, auf Deutsch „Christus segne dieses Haus“.

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