Die „Weilheimer Lesepause“ ist gestartet. Zum Glück entschlossen sich die Organisatoren trotz leichten Regens, die Eröffnung wie geplant am Kirchplatz stattfinden zu lassen.
Weilheim – Dass dann pünktlich zum Auftakt der ersten von insgesamt 27 Lesungen dann der Regen aufhörte und die Abendsonne herauskam, machte die Sache perfekt. Zum dritten Mal findet die „Weilheimer Lesepause“ am Kirchplatz statt. Aber erst zum zweiten Mal wird so ein umfangreiches und vor allem vielfältiges Programm mit Lesungen von größtenteils regionalen Autoren angeboten.
Uta Orawetz aus dem Organisationsteam stellte bei der Eröffnung die einzelnen Autoren vor, die dann auch kurz auf ihre Lesungen eingehen durften. Das machte schon einmal Geschmack auf das nun bis 28. Juli täglich stattfindende Programm, zu dem diverse Krimilesungen genauso gehören wie Geschichten von Christian Buck und die Beschreibung einer Alpenüberquerung eines höhenkranken Ingenieurs.
Friedrich Denk, ehemaliger Deutschlehrer am Gymnasium und Redakteur der „Weilheimer Hefte für Literatur“, lobte die Veranstaltung. „Lesen ist für den Geist, was Gymnastik für den Körper ist“ , zitierte Denk einen Spruch von Joseph Addison.
Launige Texte und Lieder: Richard Oehmann und Toni Weber
Ein höchstvergnüglicher Auftakt der „Weilheimer Lesepause“ war dann der Auftritt von Richard Oehmann, der zusammen mit dem fantastischen Musiker und Gitarristen Tobi Weber in einer launigen Stunde Texte und Lieder vortrug. Oehmann, gebürtiger Weilheimer, las zunächst aus seinem beliebten „Doctor Döbliners Kasperltheater“, das es 25 Jahre gibt und mit einer neuen Kasperl-CD („Kasperl und das Traumwetter“) aufwartet. Es ist immer wieder schön, den Figuren in diesem Theater zu begegnen, der Hexe Strudlhofer, die Karma-Aerobic anbietet, dem Zauberer Gottlieb Wurst, dem als Rentner nun wirklich alles Wurst ist und der Würde für einen Konjunktiv hält. Es liegt, bei aller Komik, viel Hintersinniges in den Texten Oehmanns.
Und auch die Lieder haben es in Sachen „Klamauk“ in sich, aber auch sie enthalten manchmal kleine Seitenhiebe. Etwa mit der Geschichte von der roten Ente, die nicht mehr quietscht, regt Oehmann zum Nachdenken an. Es ist ein Lied, das er heuer am Nockerberg sang und das der ehemaligen SPD-Chefin Andrea Nahles gewidmet ist.
Das Programm der „Lesepause“ gibt es auf der offiziellen Homepage.
Von Regina Wahl-Geier
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