VonMagnus Reitingerschließen
Mehr Grün an und um Privathäusern ist ein wichtiger Beitrag für ein besseres Stadtklima. Deshalb gibt’s künftig nicht nur für Dachbegrünungen Geld von der Stadt Weilheim, sondern auch für Maßnahmen an Fassaden und in Höfen.
Weilheim – Seit knapp zwei Jahren schon bezuschusst die Stadt Neubepflanzungen von Haus- und Garagendächern. Jetzt wird das Ganze ausgeweitet zum Förderprogramm „Stadtgrün“: Auch für die Entsiegelung von Höfen und für die Begrünung von Fassaden bekommen Weilheimer unter bestimmten Voraussetzungen Geld aus dem Stadtsäckel. Denn von solchen Maßnahmen profitieren alle, wie Klimaschutzmanagerin Katharina Segerer erklärt: Sie verbessern das Stadtklima, dienen dem Abpuffern von Starkregen-Ereignissen und steigern die Artenvielfalt. Was vor dem Hintergrund immer heißer werdender Städte immer wichtiger werde.
Mit bis zu 1000 Euro fördert das Rathaus künftig das Begrünen von bisher unbegrünten Flächen an Fassaden, in Höfen und auf Dächern – bei Nachweis entsprechender Pflanz-, Material- und Planungskosten. Nicht bezuschusst werden Maßnahmen, die bereits begonnen wurden, schon anderweitig gefördert werden oder ohnehin errichtet werden müssen, weil es zum Beispiel im Bebauungsplan so festgesetzt ist. Auch für Ersatzpflanzungen gibt es kein Geld.
Infoabend der Stadt am 21. September
Für interessierte Bürger wird am 21. September ein Info-Abend zu der Thematik angeboten, erklärte Segerer im Bauausschuss des Stadtrates. Außerdem übernehme die Stadt die Kosten für eine Erstberatung durch Experten des Bundesverbands „GebäudeGrün e.V.“: Per Telefon oder Videokonferenz würden dabei Fragen zu technischen und organisatorischen Belangen individuell beantwortet. Und: Bei einem Bilderwettbewerb können alle Weilheimer dann Fotos ihrer schon umgesetzten Begrünungsmaßnahmen einreichen. Diese sollen prämiert und als gute Beispiele ausgestellt werden.
Im städtischen Haushalt stehen heuer insgesamt 10 000 Euro für das Förderprogramm „Stadtgrün“ zur Verfügung. Liegt das Gebäude einer beantragten Maßnahme innerhalb eines Sanierungsgebiets im Rahmen der Städtebauförderung, wird der Zuschuss zu 60 Prozent vom Land Bayern übernommen.
Auch das Rathaus soll grüner werden
Weilheims Bauausschuss hat die Ausweitung des Förderprogramms quer durch die Fraktionen „sehr begrüßt“ und einstimmig beschlossen. Gerd Ratter (ÖDP) befand allerdings die in den Förderrichtlinien formulierten Hürden für zu hoch: „Geht es nicht auch einfacher?“. Dem widersprach BfW-Sprecherin Brigitte Holeczek: Nachweise seien nötig und legitim, um Missbrauch vorzubeugen. „Ich sehe die Hürden hier nicht hoch“, so Holeczek.
Übrigens soll auch am Rathaus selbst künftig wieder etwas mehr blühen – wenn es schon für die Wiederbepflanzung der Fassade mit Kletterpflanzen schlecht aussieht, weil laut Stadtverwaltung der spezielle Putz dort darunter leiden könnte (wir berichteten). Man wolle in die vielen Blumenkästen am Rathaus kommendes Jahr anstelle von Geranien verschiedene Blühpflanzen setzen, kündigte Bürgermeister Markus Loth im Bauausschuss an: „Mal sehen, ob das auch bei entsprechender Sonneneinstrahlung funktioniert.“
Der Info-Abend
zum Förderprogramm „Stadtgrün“ beginnt am Donnerstag, 21. September, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Weilheimer Rathauses. Daran kann voraussichtlich auch online teilgenommen werden. Informationen zum Förderprogramm finden sich auf der Homepage der Stadt: www.weilheim.de. Ansprechpartnerin im Rathaus ist Klimaschutzmanagerin Katharina Segerer, Telefon 0881/682-4400, E-Mail: klimaschutz@weilheim.bayern.de.
