Haus Emmaus

Neue Solaranlage auf kirchlichem Dach in Weilheim bringt Geld für Menschen in Not

+
Nutzen die Kraft der Sonne fürs Haus Emmaus: (v.l.) Stadtpfarrer Engelbert Birkle, Ulrich Bracker, Hausleiterin Andrea Günther-Reitinger und Rotary-Past-Präsident Jörg Schneider.
  • schließen

Auf dem kirchlichen Haus Emmaus produziert jetzt eine Solaranlage Strom. Das senkt die Energiekosten um mehr als die Hälfte.

Weilheim – Es ist ein Musterbeispiel von sozialem und zugleich ökologischem Engagement: Mit Unterstützung des örtlichen Rotary-Clubs wurde auf dem Dach des „Haus Emmaus“ in Weilheim eine Photovoltaik-Anlage installiert. Damit spart die kirchliche Einrichtung, die Menschen vor Obdachlosigkeit bewahrt, künftig Jahr für Jahr mehrere tausend Euro Stromkosten ein. Wodurch letztlich mehr Geld für die Hilfebedürftigen zur Verfügung steht.

Seit 1996 bietet das Haus Emmaus an der Hardtkapellenstraße eine vorübergehende Unterkunft für Menschen, die ihr Obdach verloren haben, insbesondere für Alleinerziehende mit Kindern. Seither hat die Einrichtung, in der die Bewohner auch in weiteren Notlagen Unterstützung finden, „viel Segen für Betroffene gebracht“, resümiert Ulrich Bracker, der sich seitens der Kirchenverwaltung um die Belange dieser Einrichtung kümmert.

Stromkosten stiegen unaufhörlich - das bereitete den Verantwortlichen Sorgen

Der Bau wurde seinerzeit durch eine großzügige Spende der Ehegatten Böhm finanziert; den Unterhalt trägt jedoch komplett die katholische Stadtpfarrkirchenstiftung Mariä Himmelfahrt, die das Haus betreibt. Allein die Stromkosten schlugen schon bis 2021 mit jährlich rund 5000 Euro zu Buche – und seitdem, so Bracker, mit „unabsehbar steigender Tendenz“.

Binnen drei Monaten hat die neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Hauses bereits rund 11 000 Kilowattstunden Strom produziert.

Eine Solaranlage für das Gebäude habe sich aufgrund der Südausrichtung des Daches angeboten, sie wurde deshalb explizit von der Stiftung Energiewende Oberland angeregt. Nicht zuletzt, weil diese Anregung bei einem Rotarier-Vortrag erfolgte, war der Rotary-Club Weilheim mit im Boot. Über seinen gemeinnützigen Sozialfonds, der auch Projekte für den Umwelt- und Klimaschutz fördert, übernahm der Club zehn Prozent der Investitionskosten, die sich auf insgesamt rund 57 000 Euro belaufen.

66 Solarmodule und ein Speicher im Keller

Also wurden nach entsprechendem Beschluss der Kirchenstiftung im vergangenen Herbst 66 Solarmodule auf dem Dach befestigt, dazu die nötige Verkabelung sowie ein Batteriespeicher im Keller installiert. Dann war Geduld nötig: Wegen einer Änderung des Umsatzsteuergesetzes verschob sich der elektrische Anschluss auf Januar 2023 – was immerhin fast 10 000 Euro Steuern sparte. Auf den Austausch der Stromzähler musste die Kirchenstiftung dann „wegen der hohen Belastung der Mitarbeiter des Netzbetreibers mehrere Monate warten“, berichtet Bracker, der auch Mitglied bei Rotary ist. Mitte April ging die Anlage endlich in Betrieb.

Seither, also binnen drei Monaten, hat sie bereits rund 11 000 Kilowattstunden Strom produziert, wie jetzt bei einem Pressetermin gezeigt wurde. Rund 4000 davon verbrauchte das Haus Emmaus selbst, der Rest wurde ins Netz eingespeist. Pro Jahr wird ein Ertrag von etwa 28 500 Kilowattstunden erwartet. Zwar geht man davon aus, dass besonders in den Wintermonaten, aber auch an sonnenlosen Tagen in den anderen Jahreszeiten noch Strom zugekauft werden muss. Aber ca. 60 Prozent der bisherigen jährlichen Stromkosten werden künftig entfallen, so die Kalkulation. Durch ersparte Stromkosten und die Einspeisevergütung für den nicht selbst verbrauchten Strom werde sich die dank des Zuschusses geminderte Investition „in weniger als zehn Jahren amortisieren“, so die Verantwortlichen. Und wenn etwa die Nutzung von Wasch- oder Spülmaschinen teils der Wetterlage angepasst werde, lasse sich die Quote noch deutlich verbessern.

Die Kirchenstiftung leiste mit diesem Projekt also nicht nur einen Beitrag zum umwelt- und Klimaschutz, so das Fazit von Bracker. Unterm Strich stehe dadurch auch mehr Geld zur Verfügung, „um die sozialen Ziele zu erreichen, die mit dem Haus Emmaus verfolgt werden“.

Kommentare