Busverkehr müsse attraktiver werden

ÖPNV: Agenda nimmt Landkreis in die Pflicht

+
Attraktiver und kundenfreundlicher muss der ÖPNV, den auch der RVO mit seiner Busflotte bewältigt, laut dem „Agenda 21“-Arbeitskreis „Verkehr“ werden.
  • schließen

Weniger Autoverkehr im Landkreis? Das geht nur, wenn die Busverbindungen „deutlich attraktiver“ werden, meint der AK „Verkehr“ der „Weilheimer Agenda 21“.

Weilheim/Landkreis – Der Befund der Weilheimer Agenda-Aktiven ist eindeutig: „Der stetig wachsende motorisierte Individualverkehr belastet immer mehr die Bevölkerung in den Städten und Gemeinden sowie die Verkehrsteilnehmer selbst“, heißt es in einem Schreiben des Arbeitskreises (AK) „Mobilität und Verkehr“ an Landrätin Andrea Jochner-Weiß und sämtliche Kreistagsmitglieder. Zudem beeinträchtige der Verkehr „in vielfältiger Weise die Umwelt, vor allem durch klimaschädliche Emissionen“.

Während „die Straßenbaulastträger“ durch den Bau von Ortsumfahrungen für Entlastung sorgen wollten, wachse der Widerstand gegen den Bau solcher Straßen, „so auch in Weilheim“. Die Stoßrichtung des Agenda-AK: Wenn eine „nachhaltige Reduzierung des Individualverkehrs“ erreicht werden solle, müsse der Busverkehr „deutlich attraktiver, das heißt kundenfreundlicher“ werden – und dabei sei der Landkreis gefragt. Die Landrätin und der Kreistag müssten bald „zukunftsfähige Entscheidungen zur Neuordnung des ÖPNV im Landkreis Weilheim-Schongau treffen“. Unterschrieben ist der Brief von Kurt Dörr und Hans-Peter Siebel, dem ehemaligen Leiter des Straßenbauamts Weilheim.

Forderung nach „Verkehrswende“ laut AK-Sprecher „wenig realistisch“

Für „wenig realistisch“ halten die AK-Sprecher die „vielfach erhobene Forderung nach einer ,Verkehrswende’“: „Das soll uns aber nicht davon abhalten, in möglichst vielen kleinen Schritten wirksame Verbesserungen im Sinne einer Reduzierung des Individualverkehrs zu erreichen“. Deshalb werbe der Arbeitskreis „Verkehr“ bei Unternehmern etwa für die Einrichtung von Werksbussen und Jobtickets, die zum Umsteigen animieren. Dabei bitten Dörr und Siebel um Unterstützung des Landkreises.

Das könnte Sie auch interessieren: Debatte im Kreistag: Gibt der Landkreis Weilheim-Schongau jetzt Vollgas in Richtung MVV?

Zudem gelte es, „den regionalen Busverkehr durch den RVO“ zu verbessern: Denn die Fahrpläne entsprächen „nicht mehr den heutigen Bedürfnissen“ und seien verwirrend, es gäbe keine erkennbare Taktung und zu viele Ausnahmen. „Auch ist nirgendwo erkennbar, was die Fahrt auf den einzelnen Strecken kostet.“ Anzustreben sind laut „Agenda 21“ „Fahrpläne, die sich die Bürger gut merken können“, also nach Möglichkeit Stunden- und zu Stoßzeiten Halbstundentakt an allen Wochentagen. Auch Weilheims Gewerbegebiete, die großen Einkaufsmärkte, neu entstehende Wohngebiete sowie die neue Berufsschule müssten in die Routen eingebunden werden.

Auch interessant: ÖPNV: „Alpenbus“ startet frühestens Ende 2021 - aber hält er auch in Weilheim?

Aufwand betreiben für „ zukunftsfähigen ÖPNV“

„Wir sind uns bewusst, dass ein solch umfangreiches Maßnahmenpaket zur Attraktivitätssteigerung des ÖPNV in Anbetracht des derzeitigen Fahrgastaufkommens nicht kostendeckend dargestellt werden kann“, heißt es in dem Brief des AK: „Gleichwohl wird man diesen Aufwand betreiben müssen, wenn man einen zukunftsfähigen ÖPNV – auch auf dem Lande – gewährleisten und eine nachhaltige Reduzierung des Individualverkehrs erreichen will.“

mr

Lesen Sie auch: Gespräch in München: Erster Austausch mit dem MVV - Planungen dürfen nicht an Landkreisgrenze enden.

Kommentare