VonElena Benediktschließen
Mehrere Schockanrufe verzeichnete die Polizei am Donnerstag in der Region. Eine 95-jährige Frau entging dem Betrug nur knapp. Bei anderen Senioren waren die Betrüger allerdings erfolgreich.
Weilheim/Schongau - Eine 95-jährige Dame aus dem Landkreis Weilheim-Schongau erhielt am Donnerstagvormittag, 11. August, laut Polizeipräsidium Oberbayern Süd einen so genannten „Schockanruf“, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass ihre Cousine bei einem Verkehrsunfall in München einen kleinen Bub tödlich verletzt hätte. Die Frau glaubte den Anrufern und begab sich zu ihrer Bank, um dort das geforderte Geld abzuheben. Glücklicherweise traf sie auf dem Weg dorthin eine Bekannte, der sie sich letztlich anvertraute und die den Betrug erkannte. So konnte dieser in letzter Minute noch abgewandt werden und der Dame entstand kein Schaden.
Seniorinnen erhalten Schockanruf und übergeben Bargeld sowie Schmuck an Betrüger
Weniger Glück hatten zwei 80- und 86-jährige Seniorinnen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt, erhielten die beiden mittags jeweils einen Anruf von einer weinenden Frau, die sich als ihre Tochter ausgab. Den Seniorinnen wurde von einem „Rechtsanwalt“ mitgeteilt, dass ihre Töchter einen tödlichen Unfall verursacht hätten und zur Abwendung einer Haftstrafe nun eine hohe Geldsumme zahlen müssten. Die erschrockenen Damen schenkten der erlogenen Geschichte Glauben und übergaben nach längeren Telefonaten letztlich Bargeld und Schmuck im Wert von rund 90.000 Euro an einen Kurier, der sie zu Hause aufgesucht hatte.
Auch ein 86-jähriger aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen erhielt einen solchen Schockanruf. Besonders dreist: Kurz darauf klingelte es erneut bei dem 86-Jährigen und nun meldete sich ein angeblicher Kripobeamter des Betrugsdezernats, der ihm zusicherte, dass alles seine Richtigkeit habe und er völlig unbesorgt sein Geld übergeben könne. Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass sich der Senior doch noch bei der richtigen Polizei meldete, um die Telefonnummer des Betrugsdezernats zu erfragen, so dass es glücklicherweise zu keiner Geldübergabe kam.
Polizei warnt vor Schockanrufen - So verhalten Sie sich richtig
Die perfiden Maschen der Betrüger sind zwar hinlänglich bekannt, dennoch werden leider immer noch vor allem Seniorinnen und Senioren Opfer der erfundenen Geschichten, wodurch sie teilweise horrende Summen verlieren.
Wie in solchen Fällen im südlichen Oberbayern üblich, übernimmt im Fall der beiden Damen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen die Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben die Ermittlungen. Die Polizei wird nicht müde, immer und immer wieder vor diesen Betrugsmaschen zu warnen und rät eindringlich:
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen, z. B. zu einem Einbruch in der Nähe oder einer dringend zu zahlenden Kaution!
- Die Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen! Legen Sie einfach auf!
- Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über ihr Hab und Gut, Ihr Bargeld und Ihre Wertgegenstände! Legen Sie einfach auf!
- Lassen Sie niemanden in die Wohnung, der sehen will, wo Sie Geld oder Schmuck aufbewahren!
- Rufen Sie nie über die am Telefon angezeigte Nummer zurück! Drücken Sie KEINE Wahlwiederholung. Legen Sie auf und wählen Sie dann den Notruf 110!
- Erstatten Sie immer, auch im Versuchsfall, Anzeige bei Ihrer Polizeiinspektion!
- Insbesondere die jüngere Generation wird ausdrücklich gebeten: Sprechen Sie offen über die perfiden Maschen der Telefonbetrüger und sensibilisieren Sie so Ihre nahestehenden Verwandten und Bekannten, die Opfer solcher hinterhältiger Anrufe werden könnten.
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