Schwimmfloß bleibt vorerst noch auf dem Trockenen

Steg-Sperrung am Dietlhofer See aufgehoben - ins Wasser springen bleibt verboten

+
Dass sich trotz Absperrgitter nicht alle Schwimmer am Dietlhofer See in Weilheim an die Steg-Sperrungen gehalten hatten, zeigt dieses Bild vom vergangenen Wochenende.
  • schließen

Die Badesaison ist gerettet: Die Stege am Dietlhofer See sind wieder freigegeben. Die Einstiegsstellen ins Wasser sollen regelmäßig überprüft werden, um Unfälle zu verhindern.

Weilheim – Nicht ganz einen Monat lang haben sie das Badevergnügen der Weilheimer getrübt – doch seit gestern sind die Absperrungen an den Badestegen am Dietlhofer See Geschichte. Wie Bürgermeister Markus Loth am Dienstagnachmittag in einem Pressegespräch erklärte, seien die Gitter wieder entfernt worden. Schilder mit „Benutzung auf eigene Gefahr“ werden aber bleiben. „Ich muss dazu sagen, dass die Sperrung von vornherein nur temporär erfolgen sollte“, so Loth, „wir mussten uns einfach absichern.“

Nachdem eine rechtliche Prüfung zunächst ergeben hatte, dass die Stadt, aber auch der Bürgermeister und seine Stellvertreter bei Unfällen persönlich haftbar gemacht werden könnten, war noch einmal eine „vertiefte rechtliche Stellungnahme“ in Auftrag gegeben worden. In einer Bürgermeisterbesprechung kam das Thema ebenfalls zur Sprache. „Auch die Anwaltskanzleien sind bei diesem Thema vielleicht etwas übervorsichtig“, so der Bürgermeister weiter. Wer nun im Falle eines Unfalls haftet, müsse im Einzelfall geprüft werden. „Das geht dann tief in die Juristerei“, sagt Loth.

Dietlhofer See werde von Stadt „gehegt und gepflegt“ 

Manfred Stork vom Stadtbauamt, der beim Gespräch ebenfalls dabei war, ist überzeugt: „hundertprozentige Sicherheit kann man nie gewährleisten.“ Er betonte, dass der Dietlhofer See von der Stadt „gehegt und gepflegt“ werde und auch die Stege regelmäßig kontrolliert werden würden, um Unfälle zu verhindern. Aufsichtspflicht soll es allerdings auch in Zukunft nicht geben. „Der See soll nicht zum Freibad werden, in dem Eintritt verlangt wird“, so Stork.

Doch obwohl die Weilheimer Badegäste nun wieder problemlos an allen Stegen ins Wasser steigen können – der Ursprungszustand am Dietlhofer See ist noch nicht wieder hergestellt. Das Floß, das im Zuge der Sperrungen an Land gezogen wurde, bleibt vorerst weiterhin auf dem Trockenen. „Versicherungsrechtlich“ gäbe es da noch einiges zu klären.

Springen ins Wasser bleibt weiterhin verboten

Fest stehe allerdings, dass das Springen ins Wasser – etwa von den wieder geöffneten Stegen – verboten ist. „Das war es aber schon immer“, so Loth, „auch ein Schild weist darauf hin.“ Um Unfälle zu vermeiden, soll das Verbot demnächst mit weiteren Hinweisschildern mit Piktogrammen noch einmal deutlich gemacht werden. „Auch Kinder und Menschen, die kein Deutsch sprechen, sollen sie verstehen“, sagte er. Die Wasserwacht, die am See am Wochenende ehrenamtlich im Einsatz ist, soll bei Nichtbeachtung ebenfalls darauf hinweisen.

nema

Lesen Sie auch: Auch in Schongau sind die Haftungsfragen an Badeseen Thema: Das Floß am Lido kam vorerst nicht ins Wasser.

Kommentare