Nach der Corona-bedingten Zwangsschließung haben seit einer Woche wieder zahlreiche Läden geöffnet. Wie liefen die ersten Tage mit strengen Hygienevorschriften? Wir haben nachgefragt bei Rundgängen in Weilheim und Penzberg.
Weilheim/Penzberg – Im Schuhhaus „Jaser“ in der Weilheimer Fußgängerzone, das wegen der Pandemie sechs Wochen geschlossen bleiben musste, interessierten sich am Samstag einige Kundinnen für Sommerschuhe. Das freute Inhaberin Gabriele Jaser. In ihrem Geschäft werden die Vorschriften akribisch umgesetzt. Auf dem Tresen steht Desinfektionsmittel, und wenn eine Kunde eine Maske braucht, ist für Vorrat gesorgt.
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Ebenfalls gesorgt ist im Laden für genügend Sicherheitsabstand. Zudem werden Kugelschreiber und Schuhlöffel nach jedem Gebrauch desinfiziert, so Jaser. „Wir sind alle froh, dass die Normalität so langsam wieder zurückkehrt, die Kunden haben es positiv aufgenommen“, sagt die Inhaberin, die große Einbußen durch Online-Händler beklagt. Doch nun sieht sie die Entwicklung positiv: „Schön, wieder unter die Leute zu kommen. Das wird einem erst klar, wenn alles wegbricht.“
„Noch keine große Kauflust“
„Abstand halten“ ist auf einem Plakat an der Eingangstür zum Modeladen von Sigrid Guggemos zu lesen. Wer in den Laden kommt, muss zuerst Hände desinfizieren. „Die Kunden haben noch keine große Kauflust“, so die Inhaberin, doch es gebe einige, die die Weilheimer Geschäfte unterstützen wollen und den ein oder anderen kleinen Luxusartikel kaufen. „Masken-Verkauf rauf und runter“, das ist für Guggemos zur Zeit der Renner. Es gibt schon Vorbestellungen für die originellen Masken, die sich die Inhaberin einfallen lässt. Das bestätigt auch Kundin Brigitte Weber-Bäuerle aus Peißenberg. Da sie einen anstrengenden Job in einer Tagesklinik hat, freut sie sich, ein bisschen in der Kreisstadt zu bummeln. Entspannt schaut sie sich nach einer Maske um. Ihre Wahl fällt auf eine weiße mit dunklen Punkten. Doch dann sieht sie noch einen „Prototyp“ mit Smiley, den sie sich sogleich reservieren lässt.
Maximal drei Kunden gleichzeitig
Maximal drei Personen dürfen sich gleichzeitig bei „Stöppel“ aufhalten. „Wir haben ja bereits seit vier Wochen geöffnet, denn wir sind der einzige Laden in der City, der Tageszeitungen verkauft, was besonders die ältere Kundschaft freut“, berichtet Verkäuferin Eva Fiorenta. Seit letzter Woche ist wieder voll geöffnet. Im unteren Bereich mit Bürobedarf darf sich jeweils nur eine Person auf 20 Quadratmetern aufhalten, bei den Glückwunschkarten ebenfalls nur ein Kunde, der obere Stock ist abgeriegelt. „Der Überblick ist da, und ohne Maske darf kein Kunde den Laden betreten“, so Fiorenta. Auch „Stöppel“ bietet Masken an, da gibt es sogar selbst gebastelte aus bunten Servietten.
Bei Juwelier Bach in Penzberg steht in großen Lettern: „Bitte einzeln eintreten und nur mit Mundschutz“, am Eingang steht Desinfektionsmittel parat. Auch für den nötigen Abstand ist gesorgt, 20 Quadratmeter pro Kunde. „Das Geschäft läuft gut an, wir haben sehr verständnisvolle und nette Kunden. Für uns ist es jetzt fast ein bisschen wie Weihnachten“, freut sich die Inhaberin gemeinsam mit Kollegin Kristina Teufl. Im Spielwarengeschäft „Purzmurzel“, einem Eldorado für Groß und Klein auf 90 Quadratmetern, dürfen höchstens fünf Personen in das Geschäft, auch hier ist Mundschutz Pflicht. „Wir sorgen ebenfalls für Hand- und Flächendesinfektionsmittel“, so Verkäuferin Manuela Rasch. Die Öffnung werde gut angenommen, „die Leute sind rücksichtsvoll, und wir haben viele Stammkunden, die unser Sortiment kennen und wenig Beratung brauchen“, sagt Rasch, die seit zehn Jahren hier im Verkauf tätig ist. Und alle Kunden eine der Wunsch, den Einzelhandel vor Ort zu unterstützen.
Inge Beutler
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