Agenda 21 mahnt Änderungen an

Weilheim: Wo bleiben die beschlossenen Verbesserungen für Radler?

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Vorbildlich ist laut Agenda-AK „Verkehr“ die Neugestaltung dieser Kreuzung an der Färbergasse.
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„Nur schleppend“ geht bisher die Umsetzung des städtischen Radverkehrskonzepts voran. Das moniert der AK „Mobilität und Verkehr“ der Weilheimer Agenda 21 – und hofft, dass heuer viele der vorgeschlagenen Änderungen verwirklicht werden.

Weilheim – Seit Jahren schon kämpft der Agenda-Arbeitskreis „Mobilität und Verkehr“ für bessere Bedingungen für Radfahrer im gesamten Weilheimer Stadtbereich. Beispielsweise haben die Ehrenamtlichen im Juni 2020 ein ausgeklügeltes, 32-seitiges „Konzept zur Verbesserung der Fahrradwege-Infrastruktur in Weilheim“ ans Rathaus übergeben. Viele der darin aufgeführten Vorschläge hat das Fachbüro „gevas“ für das städtische Radverkehrskonzept übernommen, das vom Stadtrat im Oktober 2021 nach intensiver Diskussion beschlossen wurde.

„Es ist Zeit für eine Zwischenbilanz“

Knapp anderthalb Jahre später sei nun „Zeit für eine Zwischenbilanz über die Umsetzung des beschlossenen Konzepts“, meinen die Agenda-Vertreter. In einer Pressemitteilung loben sie, dass die Johann-Baur-Straße zwischenzeitlich zur Fahrradstraße erklärt und am Rathausplatz eine Fahrradaufstellfläche mittig vor der Ampel markiert wurde. „Vorbildlich neu gestaltet“ wurde ihrer Meinung nach die Kreuzung von Färbergasse und Radweg nahe der Brücke über die Schützenstraße (wo Radler nun Vorfahrt haben). Zudem lasse die Stadt derzeit detailliert die beschlossenen Umbauten in den beiden Muster-Fahrradstraßen am Prälatenweg und an der Johann-Baur-Straße planen.

Auch Radverbindung zum Gewerbegebiet lässt auf sich warten

Allerdings: „Viele Maßnahmen wurden bisher noch nicht umgesetzt“, konstatiert der Agenda-AK. Das Radverkehrskonzept sehe „einen Realisierungszeitraum von zwei bis fünf Jahren mit entsprechender Priorisierung“ vor. „Für die kurzfristigen und einfachen Maßnahmen müssen also die Planungen sofort beginnen und veröffentlicht werden“, folgern die Aktiven: „Diese betreffen auch Markierungs- und Beschilderungsarbeiten. Weiter fehlt es an der fahrradgerechten Erschließung des neuen Gewerbegebietes Achalaich.“ Und auch der 2019 beschlossene Geh- und Radweg auf der östlichen Seite der Münchener Straße – den der Agenda-Kreis schon 2009 angeregt hatte – lasse immer noch auf sich warten.

Über 200 Radler pro Stunde an Kreuzung

Als „kritische Stelle“ für Radfahrer wird in der Pressemitteilung auch die Kreuzung Murnauer Straße / Prälatenweg / Augsburger Straße genannt, wo es 2022 eine aufwendige Verkehrszählung durch Weilheimer Gymnasiasten gab. „Mit 100 bis über 200 Radfahrern pro Stunde ist dieser Bereich sehr stark frequentiert“, betonen die Agenda-Vertreter, eine Verbesserung sei an dieser Stelle dringend nötig. Das Ergebnis bestätige, „dass die Voraussetzungen für ein sicheres Radfahren in Weilheim immer weiter ausgebaut werden müssen“; die Vorschläge der lokalen Agenda 21 seien „eine optimale Grundlage“ dafür.

Insgesamt sei die Umsetzung des städtischen Radverkehrskonzepts „bisher nur schleppend vorangegangen“, resümiert der AK „Mobilität und Verkehr“ in seinem Schreiben, das von Albert Schencking und Uwe Scherf unterzeichnet ist. Deshalb hoffe man, „dass viele von den vorgeschlagene Änderungen für das Radwegenetz in diesem Jahr verwirklicht werden, um die Verkehrssicherheit für Radfahrer in Weilheim zu steigern“.

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