VonKathrin Hauserschließen
800 Bürger haben die von Gordian Hermann initiierte Petition „Saatkrähen aus Weilheim vergrämen“ unterschrieben. Diese und einen offenen Brief haben Hermann und seine Mitstreiter kürzlich an Bürgermeister Markus Loth übergeben. Die geschützten Vögel sind in Weilheim für viele eine Plage.
Weilheim – Das Problem mit den unter Naturschutz stehenden Saatkrähen ist in Weilheim bekannt. Und offensichtlich leiden viele Bürger unter den Krähenkolonien, die sich inzwischen im gesamten Stadtgebiet angesiedelt haben. Seit Juni haben Gordian Hermann und seine Mitstreiter 800 Unterschriften gesammelt für ihre Petition „Saatkrähen aus Weilheim vergrämen“. Die Unterschriften haben sie kürzlich im Rathaus zusammen mit einem offenen Brief an Bürgermeister Markus Loth und den Leiter des Bauamtes, Manfred Stork, überreicht.
In dem offenen Brief fordern Hermann und seine Mitstreiter, „die zum Teil versuchten Vergrämungsmaßnahmen jetzt endlich konsequent“ umzusetzen. Dazu gehöre unter anderem das vollständige Beseitigen von Dreifachgabeln in Bäumen, die sich als Nistplätze für die Saatkrähen eignen, die Vergrämung mithilfe von Falknern und geeigneten Greifvögeln wie zum Beispiel dem Wüstenbussard.
Die Stadt Weilheim müsse „konsequent die Maßnahmen auch gegen den Widerstand der Naturschutzbehörden durchsetzen“, heißt es in dem offenen Brief – notfalls auf dem Klageweg. Andere Gemeinden hätten diese Maßnahmen auch durchsetzen können. Es müsse Schluss sein mit der Aussage, dass die Zuständigkeiten bei anderen Behörden lägen und der Stadt wegen des Vogelschutzes die „Hände“ gebunden seien. „Der Bürgermeister und der Stadtrat müssen hier politisch aktiv werden, sich dieses Problem zu eigen machen und für eine Lösung kämpfen“, heißt es in dem offenen Brief. Bürgermeister und Stadtrat sollten sich mit anderen betroffenen Kommunen absprechen, um ein gemeinsames Handeln auf höherer Ebene anzustreben, „um am Schutzstatus der Saatkrähen etwas zu verändern“.
Weiter fordert die Gruppe um Hermann, dass die Beschwerden der Bürger nicht von der Verwaltung abgewiegelt werden sollen. „Das ist Chefsache und muss politisch, nicht verwaltungsmäßig angegangen werden“, heißt es in dem offenen Brief. Zudem wird gefordert, dass die betroffenen Bürger an allen Gesprächen beteiligt werden, in denen es ums Thema „Saatkrähen“ geht. Es könne nicht sein, dass sich die Stadtverwaltung mit Vogelschützern und Vertretern der Naturschutzbehörden treffe und die betroffenen Personen und Einrichtungen außen vor blieben.
Sowohl Loth als auch Stork betonten, dass die Stadt alle Schritte, die ihr erlaubt seien, gegen die Saatkrähen unternehme und Vergrämungsmaßnahmen treffe, soweit und solange diese möglich seien. Die Stadt habe bereits zwei Vergrämungsgeräte angeschafft, die immer im Einsatz seien, wenn entsprechende Maßnahmen erlaubt seien. Dass die Stadt mehr unternehmen könnte, als sie es bislang tut, weist Loth von sich: „Wir haben das Thema schon mehrfach im Stadtrat behandelt. Man kann uns nicht vorwerfen, dass wir nicht tun, was wir können.“
Das wollten Hermann und die betroffenen Bürger so nicht stehen lassen. „Ihr müsst was gegen die Krähen tun, so geht’s nicht weiter“, sagte Hermann: „Ihr müsst Euch dafür einsetzen.“ Notfalls müsse eben zu anderen Mitteln gegriffen werden. Er wisse von Kommunen, die dann auch mal eine Strafe riskieren würden, wenn es sein müsse.
Stork erläuterte, dass die Krähen nicht abgeschossen werden dürften. „Solange sie unter Schutz stehen, dürfen wir nichts machen“, sagte auch Loth und dass nicht verlangt werden könne, dass eine Kommune Gesetze breche: „Man muss sich an Recht und Gesetz halten.
Vergrämungsgeräteangeschafft
